Pharma-Konzern Merck übernimmt Antibiotika-Hersteller

Der US-Pharmakonzern Merck & Co will den Antibiotika-Produzenten Cubist Pharmaceuticals für insgesamt 9,5 Milliarden US-Dollar übernehmen. Cubist ist weltweit führend bei der Herstellung von Antibiotika.

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Der US-Pharmariese Merck & Co will sich mit einem milliardenschweren Firmenzukauf eine Führungsposition im Geschäft mit Mitteln gegen gefährliche Killerkeime sichern. Insgesamt 9,5 Milliarden Dollar will Merck & Co für die Übernahme des US-Antibiotika-Produzenten Cubist Pharmaceuticals aus Lexington im US-Bundesstaat Massachusetts zahlen, wie der Konzern am Montag ankündigte. Cubist ist der zweite Großzukauf für Merck & Co innerhalb kurzer Zeit: Erst im Juni wurde für 3,85 Milliarden Dollar die auf Hepatitis-C-Arzneien ausgerichtete Pharmafirma Idenix geschluckt.

„Cubist ist weltweit führend bei Antibiotika und hat sich einen starken Bestand sowohl an vertriebenen Medikamenten als auch an Medikamenten in der späten Entwicklungsphase aufgebaut,“ erklärte Merck&Co-Chef Kenneth Frazier. Merck bietet den Cubist-Aktionären 102 Dollar je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 37 Prozent gemessen am Schlusskurs der Aktie im US-Börsenhandel am Freitag. Am Montag schossen Cubist-Papiere mehr als 35 Prozent in die Höhe. Merck übernimmt außerdem Schulden in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar. Die Merck-Aktie gab 0,4 Prozent nach.

Keime, gegen die herkömmliche Antibiotika machtlos sind, werden weltweit zu einem immer größeren Problem. Internationale Pharmakonzerne hatten sich in den vergangenen Jahren zunehmend aus der Infektionsforschung zurückgezogen. Erst in jüngster Zeit sind bei Konzernen wie Roche, GlaxoSmithKline und Sanofi Anzeichen für ein Umdenken zu erkennen. Die Entwicklung neuer Antibiotika und Alternativen zur Bekämpfung solcher Killer-Bakterien wurde daher zumeist kleineren Firmen überlassen wie eben Cubist oder The Medicines Company und Basilea. Auch deutsche Rivalen wie Lysando aus Regensburg sind dabei. Die US-Seuchenschutzbehörde CDC hatte 2013 davor gewarnt, dass sich inzwischen jährlich mehr als zwei Millionen Menschen in den USA solche Killerkeime einfangen – mindestens 23.000 sterben daran.

Das vielversprechendste Mittel in der Entwicklung von Cubist ist aktuell das Präparat Ceftolozane/Tazobactam zur Bekämpfung komplizierter Blasentrakt-Infektionen. Das Antibiotika Cubicin der Firma ist bereits auf dem Markt und brachte 2013 Cubist Umsätze von 908 Millionen Dollar ein. Merck & Co erwartet durch die Übernahme 2015 zusätzliche Umsätze von mehr als einer Milliarde Dollar.

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