Nervosität in China: Börse Shanghai bricht ein

Der Shanghai Composite Index ist am Dienstag 5,43 Prozent auf 2.856,27 Punkte zurückgefallen. Damit verzeichnete Chinas wichtigster Börsen-Index den größten Absturz seit 2009. Auslöser dieser Entwicklung war eine Ankündigung, wonach die Regeln im Kreditgeschäft gestrafft werden sollen.

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Die Börse in Shanghai hat am Dienstag den größten Absturz seit fünf Jahren erlebt. Sie ist um 5,43 Prozent gefallen. Der Shanghai-Composite-Index fiel auf 2.856,27 Punkte zurück. Der Hang-Seng-Index fiel um 2,34 Prozent auf 23.420,00 Punkte zurück. Der Component-Index am Aktienmarkt im südchinesischen Schenzhen ging um 4,15 Prozent auf 10.116 Punkte zurück.

Den Absturz hatte eine Ankündigung der Abrechnungsstelle für den Handel an den nationalen Börsen (CSDC) ausgelöst, wonach Bonds mit einem Rating unterhalb „AAA“ oder auch deren Herausgeber mit einem Rating unterhalb „AA“ nicht mehr als Pfand bei Pensionsgeschäften zugelassen werden dürfen. Damit will die CSDC die Sicherheits-Anforderungen für kurzfristige Kreditgeschäfte am Repo-Markt erhöhen. Doch am Bond-Markt kam es zum Ausverkauf, da die Mittelaufnahme auf dem Geldmarkt von nun an schwieriger wird.

Das Wall Street Journal zitiert den in Shanghai lebenden chinesischen Privatanleger, Wu Yunfeng:

„Ich war eigentlich auf dem Weg zu einer Präsentation in meinem Büro. Mein Chef rief mich und alle anderen zusammen und bat uns, die Aktienkurse zu beobachten. Dann beobachtete ich den unglaublichen Absturz des Shanghai-Index und damit auch meiner Aktien, die sich innerhalb weniger Stunden von Schwarz auf Rot färbten.“

Doch die anhaltenden Spekulationen auf eine Lockerung der chinesischen Geldpolitik setzen auch der Währung des Landes zu. Der Dollar verteuerte sich auf bis zu 6,2064 Yuan und lag damit etwa 1,4 Prozent über dem von der Notenbank festgesetzten Richtwert. Die chinesische Währung ist nicht frei handelbar, sondern darf einen von der People’s Bank of China (PBoC) täglich vorgegebenen Kurs nur in einer bestimmten Spanne über- oder unterschreiten.

Die Zentralbank hatte Ende November überraschend den Schlüsselsatz um 40 Basispunkte auf 5,6 Prozent gesenkt, um die schwächelnde Konjunktur anzukurbeln. Seither spekulieren Anleger auf zusätzliche Zinsschritte oder eine Senkung der sogenannten Mindestreservequote. Müssen Geschäftsbanken weniger Geld als Sicherheit bei einer Notenbank hinterlegen, haben sie mehr Mittel für die Kreditvergabe zur Verfügung.

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