Vergleich in Geldwäsche-Skandal kann Commerzbank 1 Milliarde Dollar kosten

Die vom Steuerzahler gerettete Commerzbank dürfte ein Vergleich mit den US-Behörden wegen Geldwäsche bis zu 1 Milliarde Dollar kosten. Die staatliche Bank ist in einen Geldwäsche und einen Bilanzfälschungsskandal verwickelt.

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Der Streit mit den US-Aufsichtsbehörden um Sanktions-Verstöße und Geldwäsche-Vorwürfe kommt die Commerzbank laut Insider-Informationen immer teurer zu stehen. Der Vergleich, über den die zweitgrößte deutsche Bank mit Regulierern und Strafverfolgungsbehörden verhandelt, dürfte sie mehr als eine Milliarde Dollar (gut 800 Millionen Euro) kosten, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Das hatte zuvor auch die „Financial Times“ (FT) berichtet. Zuletzt war bereits die Rede davon gewesen, dass die Einigung kostspieliger würde als die 650 Millionen Dollar, die allein wegen der angeblichen Umgehung von US-Sanktionen gegen den Iran fällig geworden wären.

Erst in diesem Jahr war vom Steuerzahler notverstaatlichte Commerzbank unangenehm aufgefallen: Die Bank-Vorstände hatten sich Boni ausgehandelt, die höher waren als der Gewinn des Unternehmens im Vorjahr.

Wie viel die Commerzbank für den Rechtsstreit zurückgelegt hat, daraus macht sie ein Geheimnis. Analysten waren im Sommer von gut 300 Millionen Euro ausgegangen, zwischenzeitlich könnte sie die Summe allerdings aufgestockt haben. Im Quartalsbericht war von einem „nicht unerheblichen Geldbetrag“ die Rede, den ein Vergleich kosten könnte. Dass die Verhandlungen mit den Behörden noch in diesem Jahr abgeschlossen sein könnten, wie die „FT“ berichtet hatte, halten Insider aber für wenig wahrscheinlich. Die Commerzbank wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Sie hatte Finanzkreisen zufolge schon im September kurz vor einer Einigung gestanden, für eine deutlich geringere Summe – damals ging es aber nur um die Sanktionen. Die USA verdächtigen die Bank – neben vielen anderen Instituten -, gegen Wirtschafts-Sanktionen verstoßen zu haben, die sie gegen den Iran verhängt haben. Dann drängte der Staatsanwalt im New Yorker Stadtteil Manhattan darauf, auch den Vorwurf eines zu laxen Umgangs der Bank mit Geldwäsche-Regeln im Zuge des Betrugsskandals um den japanischen Olympus -Konzern mitzuverhandeln.

In den möglichen Vergleich sind vier Regulierungs- und Justizbehörden eingebunden – vom Justizministerium bis zur New Yorker Finanzaufsicht als zuständigem Regulierer des Instituts. Die Untersuchungen laufen schon seit 2010. Die Behörden wollten sich am Donnerstag nicht dazu äußern. Mit der Einigung könnte die Commerzbank ein Gerichtsverfahren umgehen.

Olympus ist einer der größten Bilanzskandale der Geschichte. 2011 hatte der japanische Kamera- und Medizintechnik-Konzern eingeräumt, mehr als zehn Jahre lang die Bücher frisiert zu haben, um massive Verluste mit Finanzanlagen zu verbergen. Die Commerzbank soll dabei Transaktionen im Wert von einigen hundert Millionen Dollar abgewickelt haben, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Die Commerzbank hatte schon 2012 eine Rüge von der New Yorker Notenbank erhalten, dass sie nicht genug gegen Geldwäsche unternommen habe.

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