Google zieht seine Ingenieure aus Russland ab

Google will seine Entwicklungs-Abteilung in Russland schließen. Etwa 100 Ingenieure sollen schon bald das Land verlassen. Eine offizielle Google-Erklärung zu diesem Schritt ist bisher ausgeblieben. Doch Kritiker vermuten, dass die jüngsten Internet-Restriktionen des russischen Gesetzgebers abschreckend auf Internet-Anbieter wirken.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Google will ihr Entwicklungsbüro in Russland schließen und ihre Ingenieure abziehen. Den rund 100 Ingenieuren wird angeboten, sich für eine Google-Filiale in einem anderen Land auszusuchen. Allerdings ist unklar, ob Google damit auf die jüngsten gesetzlichen Restriktionen gegen das Internet im Land reagiert.

In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres hatte der Kreml Google dazu veranlasst, 253 Internet-Adressen aus der Suchfunktion zu löschen.

Im Juli hatte das russische Parlament ein Gesetz verabschiedet, nach dem Unternehmen persönliche Informationen über russische Bürger nur innerhalb des Landes speichern dürfen. Damit müssen Konzerne solche Daten auf Server in Russland verschieben, andernfalls droht ihnen die Blockade ihrer Internetseiten.

Der Kreml will damit unter anderem Spionage-Aktivitäten der US-Geheimdienst umgehen. Denn Anbieter von amerikanischen Cloud-Diensten wie Google, Amazon oder Microsoft sind bei Anfrage dazu verpflichtet, Ihre Kundendaten an die US-Geheimdienste weiterzugeben. Die Sozialen Medien seien von US-Geheimdiensten infiltriert. Doch Kritiker vermuten, dass der russische Präsident Wladimir Putin schrittweise ein de facto Verbot für US-Internetdienstleister einführen möchte.

Doch auch in Spanien nimmt Google einen Einschnitt vor und will seinen Nachrichtendienst ab dem 16. Dezember abschalten.
Google-Manager Richard Gingras begründet diesen Schritt mit einem spanischen Gesetz, das im Januar in Kraft treten soll. Demnach können Verlage von Suchmaschinen-Betreibern eine Gebühr verlangen, wenn diese von ihren Veröffentlichungen Auszüge anzeigen. „Da Google-News selbst kein Geld verdient, ist dieses neue Vorgehen einfach nicht vertretbar“, kritisierte Gingras.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick