Polizei beendet Geiselnahme in Café in Sydney

In Polizei hat in Sydney das Café gestürmt, in dem ein Geiselnehmer mehrere Menschen in seiner Gewalt gehalten hatte. Den meisten Geiseln soll die Flucht gelungen sein. Es sollen viele Schüsse gefallen sein. Der Täter soll ein Flüchtling aus dem Iran sein. Er wurde nach Angaben von Sky TV bei der Erstürmung des Cafés getötet.

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Nach rund 16 Stunden Nervenkrieg hat die australische Polizei eine Geiselnahme gewaltsam beendet. Schwerbewaffnete Einheiten stürmten in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) ein Café in Sydney, in dem ein Mann zahlreiche Geiseln festgehalten hatte. Das teilte die Polizei mit, ohne Details zu nennen. Medienberichten zufolge gab es mindestens zwei Tote und mehrere Verletzte, meldet die dpa. Die Polizei bestätigte diese Angaben zunächst nicht. Der TV-Sender Sky News berichtet, dass der Geiselnehmer getötet wurde.

Polizisten trugen mindestens vier Menschen auf Krankentragen aus dem Gebäude. Ob sie verletzt waren, war unklar. Zahlreiche Krankenwagen hatten sich der abgesperrten Zone zuvor mit Blaulicht genähert. Der ganze Einsatz wurde von Fernsehsendern live übertragen.

Kurz vor dem Sturm waren weitere sechs Geiseln aus dem Café freigekommen, nachdem dies im Tagesverlauf schon fünf Menschen gelungen war. Die Polizei identifizierte den Geiselnehmer als einen radikalen, selbst ernannten Prediger aus dem Iran, der wegen sexueller Übergriffe und im Zusammenhang mit dem Mord seiner Frau angeklagt ist. Er genießt Asyl in Australien. Was aus ihm bei der Erstürmung wurde, war zunächst nicht bekannt..

In Sydney hat mindestens ein bewaffneter Geiselnehmer am Montag in einem Cafe mehrere Menschen in seine Gewalt gebracht. Australiens Ministerpräsident Tony Abbott sagte, es gebe Anzeichen für ein politisches Motiv. Die Polizei schloss einen extremistischen Hintergrund nicht aus. Fernsehbilder zeigten, wie Geiseln gezwungen wurden, eine schwarze Fahne mit einem weißen arabischen Schriftzug in das Fenster des Lindt-Cafes im zentralen Geschäftsviertel zu halten.

Der Geiselnehmer in Sydney ist Polizeikreisen zufolge ein iranischer Flüchtling namens Harun Monis. Ob es sich wirklich um ein organisiertes Verbrechen handelt, ist unklar. Der Mann soll ein Gespräch mit Abbott und die Beschaffung einer IS-Flagge gefordert haben. Bekannterweise sind die IS-Terroristen gut ausgerüstet und haben ihre Flaggen in den eigenen Beständen. Wenn sich der Mann wirklich so verhalten wird wie von australischen Medien beschrieben, dürfte es sich eher um einen Einzeltäter handeln, der möglicherweise die massive IS-Berichterstattung der vergangene Monate nutzen möchte, um aufzufallen.

Abbott sagte in Canberra, die Geiselnahme am Martin Place sei ein sehr beunruhigender Vorfall. „Wir wissen nicht, ob sie politisch motiviert ist, aber es gibt einige Anzeichen, die dafür sprechen“, sagte er. Er wisse um die Besorgnis und die Angst der Bevölkerung. Weitere Details nannte Abbott nicht. Er hatte in der Vergangenheit davor gewarnt, Extremisten könnten australische Ziele angreifen. Die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen, am Parlament und bei großen Veranstaltungen waren unlängst verschärft worden.

Polizeichef Andrew Scipione sagte, es bestehe kein direkter Kontakt zu dem bewaffneten Geiselnehmer. Die Polizei sei zu der Einschätzung gelangt, dass es sich möglicherweise um einen Terrorakt handeln könne. Es sei ein einzelner Vorfall, der auf das Geschäftsviertel begrenzt sei. Wie viele Menschen in dem Cafe festgehalten würden, sei derzeit unklar, sagte Scipione. Doch nach Angaben von The Telegraph soll es sich um etwa 30 Geiseln handeln. Bisher konnten insgesamt fünf Geiseln aus dem Cafe flüchten, berichtet Global News.

Der australische Großmufti Ibrahim Abu Mohamed sagte, dass er die Geiselnahme „eindeutig“ verurteile. Die muslimische Gemeinschaft sei „am Boden zerstört“, zitiert die TIME den islamischen Prediger.

Nach Schätzungen der Unternehmensführung von Lindt Australia hielten sich in dem Cafe vermutlich zehn Beschäftigte auf. Möglicherweise hätten es rund 30 Kunden besucht, sagte Lindt-Australia-Chef Steve Loane dem Sender Sky Business zufolge.

Dutzende gepanzerte Polizeifahrzeuge waren im Einsatz. Auch die Feuerwehr war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort. Die Umgebung des Martin Place, an dem sich die Notenbank RBA, mehrere Geschäftsbanken sowie das Parlament des Bundesstaates New South Wales befinden, war abgesperrt.

Aus den Stockwerken über dem Cafe wurden Menschen über Leitern in Sicherheit gebracht. Mehrere Gebäude in der Nähe wurden evakuiert, Banken und Geschäfte geschlossen. Die Zentrale der Reserve Bank of Australia (RBA), die ebenfalls am Martin Place liegt, war abgeriegelt. Die Mitarbeiter hielten sich in dem Gebäude auf und seien sicher, teilte eine RBA-Sprecherin mit.

Die USA räumten ihr Konsulat, das ganz in der Nähe des Cafes liegt. Eine Sprecherin sagte, eine Notbesetzung bleibe im Dienst. Alle anderen Mitarbeiter seien nach Hause geschickt worden. Das Konsulat rief zudem die US-Bürger in der australischen Wirtschaftsmetropole zu erhöhter Wachsamkeit auf.

Devisen-Händler sagten, die Berichte über die Geiselnahme hätten vermutlich dazu beigetragen, dass der Australische Dollar nachgegeben habe.

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