Papst Franziskus attackiert die römische Kurie

Papst Franziskus wirft der Kurie in Rom "geistlichen Alzheimer" vor: Das mächtige Gremium im Vatikan sei reformunwillig und sei, wenn sich dies nicht ändere, als krank zu bezeichnen. Es ist unklar, ob diese Aussage eine Reaktion auf mögliche neue Intrigen der Kardinäle gegen den Papst ist.

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Papst Franziskus hat seiner Kurie als höchstem Verwaltungsorgan der katholischen Kirche eine Mischung aus Gier, Machtstreben und Reform-Unfähigkeit vorgeworfen. Einige in der Kurie benähmen sich als ob sie „unsterblich, unantastbar und unverzichtbar“ seien, kritisierte der Papst am Montag beim jährlichen Weihnachtsempfang mit der Verwaltung. Intrigen und Karrierestreben hätten die Kurie mit „geistlichem Alzheimer“ infiziert. Sie müsse sich ändern: „Eine Kurie, die sich nicht selbst hinterfragt, die sich nicht modernisiert, die sich nicht bessert, ist krank.“

Bereits kurz nach seinem Amtsantritt hatte Franziskus als erster nicht-europäischer Papst seit mehr als 1000 Jahren die Reform der Kurie angestoßen. Er will die Kirchenführung wieder näher an die rund 1,2 Milliarden katholischen Gläubigen weltweit heranführen. Die Kurie ist traditionell von italienischen Geistlichen dominiert. Ihr wird vorgeworfen, selbst gegen Päpste wie Franziskus‘ Vorgänger Benedikt gearbeitet und dafür Medien wiederholt mit Interna aus dem Vatikan gefüttert zu haben. Vor allem ehemalige Kardinäle, obwohl eigentlich ohne Amt, würden weiter ihren Einfluss geltend machen.

Unklar ist weiterhin, wie Papst Franziskus die Vatikan-Bank reformieren will. Er hat zwar einige Personalentscheidungen getroffen und erklärt, die Bank wolle in Sachen Geldwäsche mit den internationalen Behörden kooperieren. Ein durchgreifende Reform ist unterdessen bisher ausgeblieben.

Wie schnell dubiose Finanzgeschäfte auch die katholische Kirche erschüttern können, zeigt dieser Tage der Franziskanerorden: Er steht nach eigenen Angaben unmittelbar vor der Pleite.

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