Schäuble für Sanktionen: Russland muss Staats-Pleite selbst verhindern

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht die EU nicht in der Pflicht, Russland in der Krise zu unterstützen. Russland müsse selbst die drohende Staatspleite abwenden. Über die Konsequenzen einer solchen Entwicklung für die deutsche Wirtschaft äußerte sich Schäuble nicht. Er ist seit 40 Jahren als Berufspolitiker tätig.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) spricht sich trotz Finanzkrise in Russland für eine Fortsetzung der EU-Sanktionen gegen den östlichen Nachbarn aus. «Natürlich machen wir uns wegen der Entwicklung in Russland Sorgen», sagte Schäuble der Rheinischen Post. Es liege aber an Moskau, eine Staatspleite zu verhindern. Erst kürzlich hatte Schäuble gesagt, die EU müsse an den Sanktionen festhalten – auch wenn diese wehtun.

«Ich hoffe jeden Tag, dass Russland zur Kooperation mit dem Westen zurück findet. Solange halten wir aber an den Sanktionen gegen Russland fest.» Was eine solche Rückkehr zur Kooperation mit dem Westen beinhaltet, sagte Schäuble nicht. Russlands Präsident Putin hatte mehrfach gesagt, dass er an einer Partnerschaft mit dem Westen interessiert sei.

Die Rubel-Krise hatte zuletzt auch das Bankenwesen der Rohstoffmacht erfasst. Nun drohte die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) Russland mit der Herabstufung auf Ramschniveau.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte die Sorge geäußert, dass Russland destabilisiert werden könnte, falls Europa die Sanktionen nicht lockere. Wer Russland wirtschaftlich in die Knie zwingen wolle, irre gewaltig, wenn er glaube, dass das zu mehr Sicherheit in Europa führen würde, sagte der SPD-Politiker in einem Interview. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte nach dem EU-Gipfel erstmals konkret von den Voraussetzungen zur Aufhebung der Sanktionen gesprochen.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick