Xbox und Playstation: Hacker-Attacke gegen Microsoft und Sony

Über Weihnachten legten Cyber-Kriminelle das Online-System der Spielekonsolen Sony Playstation und Xbox von Konkurrent Microsoft lahm. Die beiden Konsolenhersteller hatten zuvor den Film „The Interview“ auf ihren Portalen zur Verfügung gestellt.

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Die Hersteller der Spielekonsolen Xbox und Playstation suchen nach Antworten nachdem ein weiterer groß angelegter Hacker-Angriff die beiden Systeme über Weihnachten lahmgelegt hat. Microsoft und Sony äußerten sich zunächst nicht zu dem Vorfall. Die Online-Gruppe Lizard Squad hat sich zu dem Anschlag bekannt.

Vermutungen zufolge hätten Denial-of-Service-Attacken die Spielesysteme mit Daten aus dem Internet überflutet und somit lahmgelegt. Die Probleme traten bei populären Spielen wie Call-of-Duty oder Fifa Football auf.

Die Unterbrechungen der Online-Systeme hielten über mehrere Stunden an. Microsoft erklärte, erst seit Freitagmorgen würden die „grundlegenden Systeme“ der Xbox wieder einwandfrei funktionieren, berichtet die FT. Viele Nutzer könnten sich dennoch noch immer nicht in das Live-System der Xbox einloggen, gab Microsoft bekannt.

Sony hat die Attacke durch Lizard Squad bestätigt, konnte aber die Systeme noch nicht wieder stabilisieren. Man bittet um Geduld, während die Techniker „weiter hart an einer Lösung“ des Problems arbeiten.

Die Attacke kommt für die Hersteller der Konsolen zur Unzeit: Die Xbox und die Playstation sind beliebte Weihnachtsgeschenke. Für tausende Neukunden löste der Hacker-Angriff Frust aus.

Auf Twitter äußern Kunden ihre Kritik. Ein Nutzer schreibt: „Danke Xbox. Wie Du von ein paar Kids gehackt werden kannst, obwohl Du doch ein Technologie-Gigant bist, ist mir schleierhaft.“ Für einen Playstation-Kunden ist „Weihnachten abgesagt“.

Sony wurde bereits am achten Dezember Opfer eines Hacker-Angriffes, bei dem das Online-System für zwei Stunden ausfiel. Kurze Zeit Später wurde Sony Pictures Entertainment von Hackern heimgesucht, um die Veröffentlichung des Filmes „The Interview“ zu stoppen. Der Film handelt von einem Attentat auf Nordkoreas Regierungschef Kim Jong Un. Sony und Microsoft bieten ihren Kunden Zugang zu diesem Film.

Trotz Gewaltandrohungen einer Hackergruppe zeigten mehr als 300 Kinos den Film über Weihnachten ohne Zwischenfälle. Viele Vorstellungen waren ausverkauft. In den USA konnte der Streifen auch im Internet auf Google Play, YouTube Movie sowie einer Sony-Seite angeschaut werden. Auch in China und Südkorea, die beide an Nordkorea grenzen, schauten sich Hunderttausende den Film auf illegalen Internet-Seiten an.

In den USA ist „The Interview“ zu einem Symbol für die Meinungsfreiheit geworden. Kongressabgeordnete beider Parteien und Hollywood-Stars wie George Clooney hatten Sony wegen des Rückziehers Selbstzensur vorgeworfen. Zahlreiche Zuschauer wollten mit ihrem Kinobesuch denn auch ein Zeichen für freie Meinungsäußerung setzen.

Die US-Regierung hat die Staatsführung in Pjöngjang für die Cyber-Attacke auf Sony verantwortlich gemacht, was diese zurückweist. Nordkorea hatte den Film als „Kriegshandlung“ gebrandmarkt, was die Aufmerksamkeit vergrößert haben dürfte. So sagte der 54-jährige Bibliothekar Ken Jacowitz aus New York nach seinem Kinobesuch an die Adresse von Nordkorea und die Hacker: „Ihr habt diesem Film ganz neues Leben eingehaucht.“

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