Griechenland: Regierung garantiert die Sicherheit der Spareinlagen

Der griechische Finanzminister Gikas Hardouvelis hat die Sicherheit der Spareinlagen garantiert. Offenbar fürchtet die Regierung einen Bank-Run. Die Zinsen für Staatsanleihen schnellten angesichts der Neuwahlen in die Höhe. Die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB schon bald intervenieren könnte, steigt. Italien geht dezent auf Distanz zu Griechenland.

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Sorge wegen eines Bank-Runs: Der griechische Premier Antonis Samaras nach der Bekanntgabe des für ihn verheerenden Wahlergebnisses bei der Präsidentschaftswahl.

Sorge wegen eines Bank-Runs: Der griechische Premier Antonis Samaras nach der Bekanntgabe des für ihn verheerenden Wahlergebnisses bei der Präsidentschaftswahl.

Die griechische Krise hat Finanzminister Gikas Hardouvelis veranlasst, die Spareinlagen zu garantieren. In einem Interview mit der Zeitung Vima sagte Gikas Hardouvelis, dass die Regierung mit „neuen Gesetzen“ Vorsorge getroffen habe, die Bankeinlagen der Griechen zu sichern. Man befinde sich in ständigem Kontakt mit „unseren EU-Kollegen“ und beobachte die Situation „mit Wachsamkeit„. Die Regierung Samaras hatte vor dem Scheitern des dritten Wahlgangs vor einem möglichen Chaos gewarnt. Offenbar fürchtet die Regierung nun, dass die Bürger die Warnung ernstnehmen und ihr Geld von den Banken abheben könnten.

Grund zur Sorge geben auch die sprunghaft angestiegenen Zinsen für griechische Staatsanleihen. Fünfjährige Bonds stiegen auf über 11 Prozent, die zehnjährigen Papier liegen nur noch knapp unter 10 Prozent. Dies ist deutlich höher als in den vergangenen Monaten und stellt angesichts der Finanzlage nicht tragfähige Refinanzierungskosten dar.

Es ist daher denkbar, dass EZB-Chef Mario Draghi schon früher als geplant eine Rettungsaktion der EZB ankündigen könnte. Spekulationen darüber kursieren seit Weihnachten in Banker-Kreisen. Es wird vermutet, dass Draghi die allgemeine Urlaubszeit nutzen könnte, um den umfassenden Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB anzukündigen. Mit einer solchen Erklärung sollen die Märkte beruhigt werden. In erster Linie würde die EZB dann damit beginnen, den griechischen Banken ihre Staatsanleihen abzunehmen. In der Folge könnte die EZB italienische und spanische Papiere kaufen, um die Banken in diesen Ländern zu entlasten. Neben den griechischen Papieren gerieten auch Staatsanleihen aus Italien und Spanien unter Druck.

Italien geht schon einmal sicherheitshalber auf Distanz zu Griechenland: Die italienische Regierung ist Sorgen vor einem wieder erhöhten Druck an den Finanzmärkten wegen der Neuwahl in Griechenland entgegengetreten. „Ich denke, dass ich eine Ansteckungsgefahr zwischen Griechenland und Italien vollkommen ausschließen kann“, sagte Ministerpräsident Matteo Renzi am Montag in Rom. Denn beide Länder seien sehr unterschiedlich. Die Ankündigung der Neuwahl in Griechenland sorgte allerdings bereits für Unruhe an den Finanzmärkten. Anleger befürchteten ein Wiederaufflammen der Schuldenkrise und flüchteten in als sicher geltende deutsche Papiere. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf ein Rekordtief von 0,553 Prozent.

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