Ökonom Hüther: Griechenland droht gewaltige Verarmung bei Euro-Austritt

Der Austritt aus dem Euro wäre für Griechenland ein sehr gefährliche Angelegenheit, während die EU einen solchen Austritt verkraften würde. Daher sollen sich die Griechen dreimal überlegen, wen sie wählen, meint der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft.

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Der Ökonom Michael Hüther hält einen geordneten Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone für ungefährlich. „Ich glaube, die Währungsunion könnte heute einen Austritt Griechenlands verkraften. Die Ansteckungseffekte auf andere Länder wären gering“, sagte der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) der Zeitung Die Welt.

„Eine griechische Regierung unter Tsipras wäre gegenüber der EU in einer schlechten Verhandlungsposition“, ergänzte Hüther. „Die Erpressbarkeit Europas ist deutlich geringer als vor drei Jahren. Andere Länder wie Irland und Portugal haben sich aus der Krise gearbeitet, und es gab institutionelle Fortschritte wie die Banken-Union.“ Die griechische Bevölkerung werde sich bei dem Wahlgang „dreimal überlegen, ob sie einen anderen Weg einschlagen will“, so der Ökonom. „Bei einem Euro-Austritt droht dem ganzen Land eine gewaltige Verarmung und der Austritt aus der EU.“

Zuvor haben bereits EU-Politiker und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Griechen gewarnt, die falsche Partei zu wählen: Die Linkspartei Syriza führt bei aktuellen Umfragen. Sie will einen Schuldenschnitt, einen Euro-Austritt hat Parteichef Alexis Tsipras schon vor einigen Wochen wieder verworfen.

Die Linkspartei in Deutschland kritisiert die verschiedenen Wahlempfehlungen: Die EU dürfe sich „nicht, wie zuletzt Junker, in die Wahl einmischen. Die von der EU auferlegte Austeritätspolitik muss neu verhandelt werden. Diese verletzt, laut dem Bericht der Internationalen Föderation für Menschenrechte, mehrfach die Menschenrechte der Griechinnen und Griechen“ so Hunko. Dies war auch zuletzt die Stoßrichtung von Alexis Tsipras, dem Vorsitzenden von Syriza. Hunko weiter: „Die Demokratie und Rechtstaatlichkeit muss in Griechenland gewahrt bleiben.“

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