Transparency: Korruption in der Türkei und China stark gestiegen

Der Anti-Korruptionsindex von Transparency International zeigt, dass die Korruption in der Türkei und China im vergangenen Jahr am stärksten angestiegen ist. Deutschland liegt auf Platz zwölf von 175 Staaten. Jedes Jahr werden weltweit rund eine Billion US-Dollar an Bestechungsgeldern gezahlt.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Der Anti-Korruptionsindex von Transparency International umfasst 175 Länder und Territorien. (Grafik: TI)

Der Anti-Korruptionsindex von Transparency International umfasst 175 Länder und Territorien. (Grafik: TI)

Die Korruption in der Türkei und in China ist einer Studie von Transparency International stark angestiegen. Die beiden Länder zeigten in der jährlichen Einstufung die stärkste Verschlechterung. Das deutliche Wirtschaftswachstum und die Anti-Korruptionsbemühungen in diesen Ländern würden unterlaufen. Hochrangige Politiker und Beamte missbrauchten ihre Macht wirtschafteten in die eigene Tasche, sagte Transparency-Chef Jose Ugaz.

Der Anti-Korruptionsindex von Transparency umfasst 175 Länder und Territorien und setzt sich aus Expertenbefragungen zusammen. Zudem wird die bei Politikern und Beamten wahrgenommene Korruption gemessen. Die Länder werden dadurch in eine Rangliste von Null (hohes Maß an Korruption) bis 100 (keine Korruption) eingeordnet. Mehr als zwei Drittel der untersuchten Staaten liegen unter dem Wert von 50 Punkten.

Als am wenigsten korrupt wird Dänemark mit 92 Punkten eingestuft, gefolgt von Neuseeland (91 Punkte) sowie Finnland und Schweden. Deutschland kommt auf 79 Punkte im Länderranking und steht zusammen mit Island auf Platz 12.

Österreich (72 Punkte) konnte sich um drei Plätze verbessern und liegt nun auf Platz 23. Die Schlusslichter bilden Nordkorea und Somalia mit nur acht Punkten, nach Afghanistan (12) und Sudan (11 Punkte).

Am stärksten verschlechtert hat sich die Situation in der Türkei (45 Punkte) und China (36 Punkte) sowie in Angola, Malawi und Ruanda. Ugaz forderte daher eine enge Zusammenarbeit der Finanzzentren in der EU und den USA mit Schwellenländern.

Die Vorsitzende von Transparency International Deutschland, Edda Müller, beklagte, Geldwäsche, Steuerschlupflöcher und gestohlene Vermögen behinderten die Entwicklungsländer bei einer soliden Regierungsführung. Die Bundesregierung forderte sie auf, sich für eine baldige Verabschiedung der vierten EU-Anti-Geldwäscherichtlinie einzusetzen, um durch die geplanten Offenlegungen Gelder aus illegalen Geschäften leichter aufzuspüren. Schätzungen der Weltbank zufolge werden jedes Jahr rund eine Billion US-Dollar an Bestechungsgeldern gezahlt.

Hier eine interaktive Grafik zur Korruptionsverteilung:

 

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick