Griechenland: Linkspartei Syriza liegt bei Umfrage vorn

In Griechenland hält die Linkspartei Syriza trotz der Warnungen aus dem Ausland immer noch einen Vorsprung vor den Konservativen. Die Sozialdemokraten müssen nach der Spaltung um den Einzug ins Parlament zittern.

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Knapp einen Monat vor der vorgezogenen Parlamentswahl in Griechenland führt die Syriza-Partei weiter die Umfragen an. Die linke Syriza liegt mit 3,1 Prozentpunkten vor den regierenden Konservativen von Ministerpräsident Antonis Samaras, wie aus einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage des Instituts Rass für die Zeitung „Eleftheros Typos“ hervorging. Ihr Vorsprung sei jedoch leicht von zuvor 3,4 Prozentpunkten geschmolzen. Auf Syriza entfielen demnach 30,4 Prozent der Stimmen, auf die Konservativen 27,3 Prozent. Die sozialistische Pasok, die an der Regierungskoalition beteiligt ist, dürfte mit lediglich 3,5 Prozent der Stimmen rechnen. Damit liegt sie knapp hinter der rechtsextremen Goldene Morgenröte mit 3,8 Prozent.

In der Erhebung erklärten rund drei Viertel der Teilnehmer, Griechenland müsse um jeden Preis in der Euro-Zone bleiben. Ein Viertel sprach sich dagegen aus. Befragt wurden 1002 Griechen am 29. und 30. Dezember. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass es zu vorgezogenen Wahlen am 25. Januar kommt.

Der frühere griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou hat am Samstag drei Wochen vor der Wahl eine neuen Partei gegründet. Mit der seit längerem geplanten Abspaltung der neuen „Bewegung für Wandel“ von der mitte-links gerichteten Pasok dürfte das Ergebnis der Abstimmung am 25. Januar noch schwieriger werden. Pasok, die derzeit an der Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras beteiligt ist, kam in Umfragen zuletzt auf unter fünf Prozent. Durch eine Abspaltung könnten letztlich beide Parteien an der Drei-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament scheitern.

Syriza hat bereits angekündigt, die Vereinbarungen mit den internationalen Geldgebern ändern und den Sparkurs des Euro-Krisenlandes lockern zu wollen. Griechenland wird seit 2010 mit zwei Kreditprogrammen in Höhe von 240 Milliarden Euro von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über Wasser gehalten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bereitet unterdessen einen Notfall-Plan vor, der Samaras doch noch zum Sieg verhelfen soll – allerdings mit weitreichenden Konsequenzen für die Demokratie in der Euro-Zone.

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