Murdoch will Sky Deutschland von der Börse nehmen

Die Kleinaktionäre von Sky Deutschland dürften schon bald aus dem Unternehmen gedrängt werden. Die britische Sky-Holding hat zugekauft, hält nun über 95 Prozent und kann den Sender damit komplett übernehmen.

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Der britische Pay-TV-Konzern Sky öffnet die Tür für den Börsenabschied seiner deutschen Tochter. Die Sendergruppe aus dem Reich des Medienmoguls Rupert Murdoch erhöhte ihren Anteil an Sky Deutschland durch weitere Aktienkäufe auf mehr als 95 Prozent, wie Sky am Mittwoch mitteilte. Damit darf der Konzern die Kleinaktionäre nach deutschem Recht gegen eine Zwangsabfindung hinausdrängen.

Obwohl sich die Briten dazu nicht äußerten, wird dieser Schritt an der Börse seit längerem erwartet. Die Sky-Deutschland-Aktie, die wegen des geringen Streubesitzes bereits Anfang Dezember aus dem Nebenwerteindex MDax geflogen war, notierte am Mittwoch kaum verändert bei 6,73 Euro. Die britischen Sky-Titel legten um ein Prozent auf 870 Pence zu.

Murdoch hat seine Bezahlsender in Deutschland, Großbritannien und Italien zum größten privaten Fernsehkonzern Europas gebündelt. Mit rund 20 Millionen Abonnenten und 14 Milliarden Euro Umsatz will er seine Macht beim Einkauf von Senderechten und beim Vertrieb ausspielen. Dafür verschob Murdoch im vergangenen Sommer den 57-prozentigen Sky-Deutschland-Anteil seiner US-Holding 21st Century Fox zu deren britischem Fernsehableger. Dieser kaufte anschließend weitere Anteile hinzu, legte den Namen BSkyB ab und tritt nun europaweit einheitlich unter der Marke Sky auf. Sky Italia gehörte bereits vorher komplett zu Murdochs Reich.

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