Gegen Umwelt-Verschmutzung: Betonstein reinigt Luft

Eine Hauswand aus Beton mit eingebautem Zyklonfilter reinigt die Luft, bevor sie durch Fenster oder Klimaanlage in das Innere eines Gebäudes gelangt. Der Beton bildet den äußeren Teil eines Doppelwandsystems und dient ausschließlich der Reinigung.

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Carmen Trudell will mehr als nur eine Wand aus Steinen bauen. Die Steine sollen nicht nur vor Wind und Wetter schützen, sondern auch vor der Luftverschmutzung. Der BEtonstein reinigt dabei mit speziellen Filtern. (Foto: Carmen Trudell & Natacha Schnider)

Carmen Trudell will mehr als nur eine Wand aus Steinen bauen. Die Steine sollen nicht nur vor Wind und Wetter schützen, sondern auch vor der Luftverschmutzung. (Foto: Carmen Trudell & Natacha Schnider)

Ein Team um Carmen Trudell der Cal Poly San Luis Obispo’s School of Architecture hat die Idee entwickelt, porösen Beton mit einem Zyklonfilter zu versehen und den so präparierten Betonstein als Außenwand eines Hauses zu verwenden, die aus einem Doppelwandsystem besteht.

Die Luft dringt von außen durch das poröse Material ein, wird im Innern des Steins mithilfe des Zyklonfilters gereinigt und tritt auf der anderen Seite des Betonsteins gefiltert aus. Die gefilterten Schmutzpartikel gelangen daraufhin durch einen Schacht in einen Sammeltrichter am Boden des Steins. Dieser muss dann regelmäßig gesäubert werden. Die gesäuberte Luft wird durch Schlitze zum Fenster geleitet oder in die Klimaanlage geführt. Das funktioniert gänzlich ohne Elektrizität.

Ein Test von Studenten der Universität zeigte, dass der entwickelte Prototyp der filternden Hauswand 30 Prozent der feinen Schmutzpartikel in der Luft ausgesondert hat. Ein Vorteil der Methode sei es, dass sie relativ kostengünstig ist. „Der atmende Stein ist ein cleverer Weg, quasi als Nebeneffekt zum Bauen eines Gebäudes, gleichzeitig auch die Luft zu reinigen“, zitiert Digital Trends Steven Rainville, ein Juror bei den Architect Magazine’s R+D Awards 2015.

Laut einer aktuellen Studie des Max Planck Instituts sterben weltweit 3,3 Millionen Menschen pro Jahr vorzeitig an den Auswirkungen der Luftverschmutzung. Wenn die Emission weiterhin so steigt, wie es derzeit der Fall ist, werden im Jahr 2050 doppelt so viele Menschen an den Folgen der verschmutzten Luft vorzeitig sterben.

Besonders stark ist die Verschmutzung der Luft in Asien, vor allem in China und Indien. Dort treten dreiviertel der Todesfälle ein, die durch verschmutze Luft verursacht worden sind. In Deutschland sterben jährlich 35.000 Menschen vorzeitig an den Folgen der Schmutzpartikel in der Luft. Die Schmutzpartikel dringen tief in die Lunge und womöglich auch in die Blutgefäße ein. Es gibt Hinweise darauf, dass sie dort zur Bildung von Plaques beitragen und dadurch das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte erhöhen.

In Europa ist vor allem die Landwirtschaft für die Luftverschmutzung verantwortlich. Diese entsteht durch Stoffe, die zum Beispiel in Düngemitteln vorkommen, wie Ammoniak, das sich in Ammoniumsulfat und Nitrat umwandelt. Diese Stoffe tragen erheblich dazu bei, dass sich überhaupt Feinstaubpartikel bilden können.

Nur ein Drittel aller vorzeitigen Todesfälle durch Luftverschmutzung wird durch fossile Kraftwerke, Industrie, Verbrennen von Biomasse und Verkehr verursacht. Menschen, die in Deutschland leben, sind von der Luftverschmutzung in Europa besonders stark betroffen, da sie aufgrund zentralen Lage Deutschlands die verschmutze Luft anderer Länder mit einatmen. Außerdem ist Deutschland besonders dicht besiedelt und hat viel Industrie, Landwirtschaft und Verkehr.

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