EU-Kulturhauptstadt: Eingestürztes Kunstwerk abgetragen

Die belgische Stadt Mons, die als Kulturhauptstadt Europas fungiert, hat das eingestürzte Kunstwerk des Künstlers Quinze abgebaut. Die vom Ex-Mann von Barbara Becker entworfene Holz-Konstruktion hat 400.000 Euro gekostet. Die Kulturhauptstadt wird zum großen Teil aus Steuergelder finanziert.

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Eine der Hauptattraktionen der Europäischen Kulturhauptstadt Mons in Belgien ist schon vor der offiziellen Eröffnung aus Sicherheitsgründen wieder abgebaut. Von der bunten Konstruktion «The Passenger» aus 44 000 Holzlatten, die sich wie Astwerk über eine Straße spannte, blieben am Sonntagnachmittag nur noch die Fundamente aus Beton. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga.

Als der Beschluss zum Abriss am Samstag fiel, zeigte sich Künstler Arne Quinze (43) schockiert. «Mir fehlen fast die Worte, es ist, als ob ich ein Kind verliere», sagte er laut Belga. Nachdem die Installation an Heiligabend in Teilen zu Boden gegangen war, wurde sie zwar repariert. Doch die Probleme blieben: Anwohner sprachen von Knackgeräuschen, ein Teil senkte sich erneut ab. Die Straße musste gesperrt werden.

Er wolle das zusammengesunkene Werk nicht sehen, sagte Quinze. «Das tut mir zu weh.» Den Abbau hält auch er für unvermeidlich, eine Reparatur hätte zu lange gedauert. Quinze führte die Probleme auf einen nachgebenden Stützpfeiler zurück, der eine Kettenreaktion ausgelöst habe. Die Struktur selbst sei solide gewesen. «Leute, die Dinge machen, riskieren Unfälle», sagte der Künstler.

Eine erneute Errichtung des ramponierten Kunstwerks zu einem späteren Zeitpunkt war nicht abzusehen. «Wir müssen uns jetzt Zeit zum Nachdenken nehmen, über einen Wiederaufbau ist nicht gesprochen worden», sagte der Bürgermeister von Mons und ehemalige belgische Premier Elio Di Rupo. «Erstmal muss der Schock verarbeitet werden.»

Damit wird «The Passenger», von der Kulturhauptstadt bildhaft als gigantischer «Wald aus Streichhölzern» beschrieben, nur wenige Wochen nach dem Start Anfang Dezember wieder eingepackt. Eigentlich hätte das rund 400 000 Euro teure Kunstwerk fünf Jahre lang an Ort und Stelle bleiben sollen.

Die Aussichten dafür schienen gut: Quinze – Ex-Mann von Barbara Becker – hat in der Vergangenheit etliche ähnliche Kunstwerke in Städten wie Paris, München oder Brüssel errichtet, ohne dass irgendetwas passierte.

Die Stadt traf die Entscheidung zum Abbau auf Anraten von Experten und in Abstimmung mit Feuerwehr, Polizei, dem Künstler und den Verantwortlichen für das Kulturhauptstadt-Projekt. Am Freitagabend hieß es noch, nur ein Teil des Werks sollte entfernt werden – doch am Ende überwogen die Bedenken. Die 85 Meter lange und 16 Meter hohe Installation musste weichen – und das schon vor der offiziellen Eröffnung der Kulturhauptstadt am 24. Januar.

Der Kurator der Kulturhauptstadt, Yves Vasseur, war um Schadensbegrenzung bemüht: «Mons 2015, das sind 300 Projekte. Für einen Erfolg bleiben noch 299 übrig.»

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