Pariser Killer soll russische Pistole vom Balkan verwendet haben

Der Mann, der in Paris vier Menschen in einem jüdischen Supermarkt ermordet hat, soll eine russische Pistole verwendet haben, die aus den Jugoslawien-Kriegen stammen könnte. Die Waffe soll bereits bei einem Schuss auf einen Jogger in Paris verwendet worden sein. Die Anti-Terror-Polizei hat nun auch diesen Vorfall an sich gezogen. Er war bisher von der regulären Kripo bearbeitet worden.

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Nach dem Anschlag auf einen jüdischen Supermarkt in Paris haben Ermittler eine Verbindung zu einem weiteren Attentat vor wenigen Tagen gefunden. Eine der Tatwaffen passe zu Patronenhülsen, die nach Schüssen auf einen Jogger am Mittwochabend gefunden worden seien, erklärte die Staatsanwaltschaft am Sonntag. Dabei wurde ein 32-Jähriger im Vorort Fontenay-aux-Roses schwer verletzt. Der Tatort liegt etwa 15 Kilometer von dem Supermarkt entfernt, wo ein Killer am Freitag vier Menschen erschossen hat.

Zu den Tatwaffen, die beim Attentat auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo zum Einsatz kamen, gehören nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft zwei russische Pistolen des Typs Tokarew, berichtet die dänische Zeitung Dagbladet.

Ballistische Untersuchungen hätten ergeben, dass seine russische Pistole vom Typ Tokarew zu den fünf gefundenen Hülsen gehöre, teilten die Ermittler mit, wie Reuters meldet. Bisher gingen die Behörden davon aus, dass Coulibaly zunächst am Donnerstag zunächst eine Polizistin und am Freitag vier Menschen in dem Supermarkt tötete und weitere als Geiseln nahm. Bei der Befreiungsaktion der Polizei wurde der Extremist getötet. Er soll mit den „Charlie-Hebdo“-Attentätern kooperiert haben.

Des Weiteren sollen sich im Arsenal der Attentäter zwei Kalaschnikows und Sprengstoff-Material befunden haben, berichtet Le Soir. Die Anti-Terror-Polizei hat nun auch diesen Vorfall an sich gezogen. Er war bisher von der regulären Kripo bearbeitet worden.

Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass die Pistolen des Typs Tokarew „wahrscheinlich“ vom Balkan kommen, berichtet The Telegraph. Nach Schätzungen der französischen Polizei befänden sich über 4.000 militärische Waffen in Frankreich, die aus dem ehemaligen Jugoslawien kommen.

Im Kroatien- und Bosnien-Krieg zwischen 1991 bis 1995 gab es eine Reihe von französischen Söldnern, die in der kroatischen „Brigade König Tomislaw“ und anderen kroatischen Brigaden kämpften, berichtet Nir Arielli im Journal der Cambridge University, Contemporary European History.

Zahlreiche Kroaten haben in der französischen Fremdenlegion gedient und sind anschließend in die kroatische Armee eingetreten. Sie verfügen über beide Staatsbürgerschaften. Zu ihnen gehört beispielsweise Ante Gotovina, der am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag wegen Kriegsverbrechen angeklagt und später freigesprochen wurde.

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