Börse: Dax schließt 1,3 Prozent im Minus

Eins scheint sicher: Die Volatilität wird hoch bleiben an den Aktienmärkten. Heute gab es extreme Schwankungen beim Dax, nachdem die Weltbank die Wachstumsprognose für die globale Wirtschaft gesenkt hat. Das lange erwartete Gutachten des Europäischen Gerichtshofs gibt eine Art Blankoscheck für Staatsanleihekäufe durch die EZB.

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Der Absturz der Rohstoffpreise und ein wachsender Konjunkturpessimismus haben die Kurse an den internationalen Finanzmärkten am Mittwoch gedrückt. Der Dax fiel um 1,3 Prozent auf 9817,08 Zähler, der EuroStoxx50 verlor 1,4 Prozent auf 3089,67 Zähler. An der Wall Street lagen Dow-Jones – und S&P500 zum europäischen Handelsschluss 1,5 und 1,2 Prozent im Minus. Für Enttäuschung sorgten auch die Geschäftsbericht von JP Morgan. Spekulationen auf weitere Geldspritzen durch die EZB brachten den Euro unter Druck. Schwache US-Konjunkturdaten bremsten allerdings den Dollar-Höhenflug etwas.

Händlern zufolge löste die Weltbank mit einer Senkung ihrer Wachstumsprognosen für 2015 am Rohstoffmarkt eine Flucht aus den Industriemetallen aus. Die Experten gehen für 2015 nur noch von einem Zuwachs von drei statt wie bisher 3,4 Prozent aus. Dies drückte den Preis für das im Bau benötigte Kupfer um bis zu 8,7 Prozent auf 5353,25 Dollar je Tonne. Das war der niedrigste Stand seit Juli 2009. Seinerzeit ächzten die Märkte noch unter den Folgen der Finanzkrise von 2007/2008.

Auch die Ölpreise notieren bereits auf dem Krisen-Niveau von 2009. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um bis zu 2,2 Prozent auf 45,59 Dollar je Barrel (159 Liter). „Alle sind hochgradig nervös, weil keiner weiß, wo es mit der Konjunktur hingeht“, sagte ein Aktienhändler.

Unter den großen europäischen Börsen war London das Schlusslicht. Der Footsie sackte um 2,4 Prozent ab. In dem Leitindex sind viele Bergbaukonzerne und Ölfirmen gelistet, deren Aktienkurse massiv unter Druck gerieten. So stürzten die Papiere des Rohstoffhändlers Glencore und des Bergbau-Konzerne AngloAmerican um je rund neun Prozent ab.

In Deutschland erwischte es im Dax ThyssenKrupp, die 5,7 Prozent verloren. Im MDax brachen die Aktien der Kupferhütte Aurubis um 7,5 Prozent ein, während die Titel des Stahlhändlers KlöCo und des Stahlkonzerns Salzgitter je rund vier Prozent einbüßten. Die in Paris und Amsterdam gelisteten Aktien des weltgrößten Stahlkochers ArcelorMittal fielen um rund sechs Prozent.

Unter Druck standen auch die Finanzwerte. Zum einen fürchteten Anleger Folgen für die Institute im Sog der Turbulenzen an den Rohstoffmärkten. Zum anderen belastete die Enttäuschung über JP Morgan. Das Institut hatte wegen einer milliardenschweren Strafe für Devisenmarktmanipulationen einen unerwartet hohen Gewinnrückgang ausgewiesen. Die Aktien fielen in New York um 4,5 Prozent. Auch Wells Fargo konnte die Anleger nicht überzeugen, was die Titel um 1,5 Prozent ins Minus drückte. An den europäischen Märkten reagierten die Finanzwerte ebenfalls mit Kursverlusten. Die Titel der Deutschen Bank verloren wie der Stoxx-Banken-Index rund zwei Prozent. In London brachen Standard Chartered um fast fünf Prozent ein.

Nur zeitweise hatten die Börsen von Aussagen des EuGH-Generalanwalts zur Rechtmäßigkeit vom Ankauf von Staatsanleihen im Rahmen des – bislang nicht angewandten – OMT-Rettungsschirms profitieren können. Händler sahen in den Aussagen einen Freifahrtschein für die Notenbanker, schon am Donnerstag in einer Woche mit dem Kauf-Programm zu beginnen. Dies drückte den Euro auf ein frisches Neun-Jahres-Tief von 1,1729 Dollar, womit er niedriger als bei seiner Einführung an den Finanzmärkten 1999 mit 1,1747 Dollar notierte. Allerdings holte die Gemeinschaftswährung am Nachmittag leicht auf. Denn enttäuschende Daten vom US-Einzelhandel nährten Zweifel an einer bald anstehenden US-Zinserhöhung und verstärkten die Skepsis über die Entwicklung der Weltkonjunktur.

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