Rechtskosten in Milliardenhöhe drücken Gewinn bei JP Morgan

Der Nettogewinn von JP Morgan ist im vierten Quartal um 6,6 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar zurückgegangen. Ausschlaggebend für diese Negativ-Entwicklung waren Ausgaben für Gerichtskosten. Die US-Großbank befindet sich aktuell in zahlreichen Rechtsstreitigkeiten.

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Sonderlasten für Rechtsstreitigkeiten haben die größte US-Bank JP Morgan erneut ausgebremst. Der Nettogewinn fiel im vierten Quartal um 6,6 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar, wie das Geldhaus am Mittwoch mitteilte. Für Verfahren und Ermittlungen legte das Management dieses Mal nach Steuern knapp eine Milliarde Dollar zurück. Außerdem wurde die Vorsorge für faule Kredite aufgestockt, obwohl die US-Wirtschaft derzeit brummt.

Im vorbörslichen Handel an der Wall Street gaben die Aktien des Instituts daraufhin um 1,2 Prozent nach, weil die Analystenerwartungen nicht erreicht wurden.

Mit mehr als 20 Milliarden Dollar hatte JP Morgan 2013 noch größere Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten verkraften müssen. Aber auch seitdem fallen immer wieder hohe Summen an. Viele Fälle gehen noch auf Verfehlungen in der Finanzkrise zurück. Im November 2014 hatte JP Morgan aber auch eine Zahlung von insgesamt einer Milliarde Dollar an Aufsichtsbehörden in Großbritannien und den USA zugesagt. Diese geht auf Manipulationen des Devisenmarktes zurück. In diesem Fall wird auch gegen zahlreiche andere Banken ermittelt.

Im operativen Geschäft gab es im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren im abgelaufenen Quartal einen Einnahme-Rückgang von 23 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Der Bereich ist besonders schwankungsanfällig. Viele Marktteilnehmer rechnen hier erst mit Besserung, sobald die US-Notenbank Federal Reserve die seit Jahren historisch niedrigen Zinsen wieder anhebt. Das wird noch 2015 erwartet. Auch die Deutsche Bank ist stark abhängig vom Handel mit Anleihen.

Diese Woche wollen in den USA auch noch die Rivalen Bank of America und Citigroup sowie die Investmentbank Goldman Sachs ihre Bilanzen vorlegen.

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