Russland: Ex-Finanzminister erwartet Kapitalverkehrs-Kontrollen

Kontrollen des Kapitalverkehrs sind in Russland nicht mehr unvorstellbar, so der ehemalige russische Finanzminister Alexej Kudrin. Die möglichen Valutakontrollen könnten das Land zehn Jahre zurückwerfen. „Aber irgendwann wird das wohl nicht mehr vermeidbar sein“, so der Putin-Vertraute.

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Sollte sich die wirtschaftliche Lage im Land verschlechtern, hält der ehemalige russische Finanzminister Alexej Kudrin die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen für möglich:

Ein Default wäre der äußerste Schritt, der stärker ist als die Einführung der Valutakontrolle. Wenn die Regierung den Unternehmern erlaubt, Schulden nicht zu tilgen, werden Lieferanten keine Garantien mehr haben, dass sie Geld für ihre Ware bekommen. Das bedeutet, dass Risiken selbst für einen gewöhnlichen Handel um ein Mehrfaches zunehmen werden. Das wird den Außenhandel lahmlegen, während wir zu 50 Prozent auf Einfuhren angewiesen sind“, sagte Kudrin laut SputnikNews der Nachrichtenagentur RBC. Dennoch fürchte er keine Insolvenz Russlands.

Die möglichen Valutakontrollen könnten das Land zehn Jahre zurückwerfen. „Aber irgendwann wird das wohl nicht mehr vermeidbar sein“, so Kudrin. Erst am Montag stufte die Ratingagentur Fitch die Bonität Russlands auf knapp über Ramsch-Niveau ein.

Ende Dezember warnte Kudrin bereits vor einer „ausgewachsenen Wirtschaftskrise“, die das Land treffen könnte. Infolgedessen werde auch die Unzufriedenheit in der Bevölkerung steigen, die auch Auswirkungen auf die Politik haben werde. „Es kommt zu einem Rückgang des Lebensstandards, der schmerzhaft sein wird. Als Folge erwartet er mehr Proteste und Unruhen im Land.

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