Österreicher halten 29 Milliarden Euro an Franken-Krediten

Vier Prozent der österreichischen Haushalte halten Franken-Kredite, was einer absoluten Summe von 29 Milliarden Euro entspricht. Etwa 1,2 Milliarden Euro werden nach Angaben der Banken-Aufsicht Österreichs in den kommenden zwölf Monaten fällig.

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Von dem jüngsten Höhenflug des Franken sind nach Angaben der österreichischen Bankenaufsicht FMA vier Prozent der österreichischen Haushalte mit Franken-Krediten unmittelbar betroffen. Ihre Darlehen würden in den kommenden zwölf Monaten fällig, sagte FMA-Co-Chef Helmut Ettl am Dienstag. Zum aktuellen Franken-Kurs hatten die österreichischen Haushalte zuletzt Franken-Kredite von rund 29 Milliarden Euro ausstehen. Damit stünden demnächst knapp 1,2 Milliarden Euro zur Rückzahlung an. Weitere 15 Prozent der Kredite würden in den kommenden ein bis fünf Jahren fällig, sagte Ettl. Dennoch gebe es keinen Grund, „massenhaft in unmittelbare Panik auszubrechen“. Die betroffenen Kreditnehmer sollten rasch ihre Bank kontaktieren.

Auch die Banken dürften das Problem über eine steigende Zahl an faulen Krediten zu spüren bekommen – nicht nur in Österreich, sondern auch in Osteuropa. „Eine Vielzahl an Franken-Kreditnehmern wird für die Rückzahlung länger brauchen als ursprünglich vereinbart“, sagte Co-Chef Klaus Kumpfmüller. „In Polen gibt es eine erhebliche Anzahl von Franken-Krediten, das wird sich auswirken“, sagte Ettl. Den Instituten könnten daher auch gesetzliche Maßnahmen in einzelnen osteuropäischen Ländern drohen – ähnlich wie in Ungarn, sagte Kumpfmüller. „Das wird sich in den nächsten Wochen zeigen.“

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte in der vergangenen Woche nach drei Jahren überraschend den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgegeben, mit dem Schritt die Devisenmärkte schockiert und der eidgenössischen Währung zu einem Höhenflug verholfen. Aktuell notiert der Euro bei 1,0160 Franken.

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