Krise in Russland: Kapitalabflüsse auf Rekord-Niveau

Der Ukraine-Konflikt, die Inflation und die Sanktionen gegenüber Russland haben massive Unsicherheit unter der russischen Bevölkerung ausgelöst. Die Kapitalabflüsse haben sich 2014 mehr als verdoppelt. Vor allem im vierten Quartal nahm die Tendenz noch einmal Fahrt auf.

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Kapital im Wert von insgesamt 61 Milliarden Dollar verließ 2013 Russland. Doch die Entwicklungen in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres haben noch einmal zu einem deutlichen Anstieg der Kapitalabflüsse geführt. Wie die russische Zentralbank mitteilte, lagen die Netto-Kapitalabflüsse 2014 bei 151,5 Milliarden Dollar. Zunächst wurde nur mit einem Abfluss von 128 Milliarden Dollar gerechnet. Allein im vierten Quartal 2014 verließen netto 72,9 Milliarden Dollar das Land.

Ein Ende der Kapitalabflüsse ist wegen der Sanktionen jedoch noch nicht in Sicht. Denn neben der Inflation verschlechtert sich derzeit auch die wirtschaftliche Situation des Landes. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) geht davon aus, dass die Wirtschaft des Landes in diesem Jahr um 5 Prozent schrumpfen wird. Im September vergangenen Jahres war die EBRD noch von einem Schrumpfen in Höhe von 0,2 Prozent ausgegangen.

Die russische Regierung plant nun, zumindest die landeseigene Währung zu stabilisieren. Der 88 Milliarden Dollar Reservefonds soll dazu genutzt werden. Insgesamt ist von 500 Milliarden Rubel zur Stützung des Rubels die Rede. „Zusammen mit der Zentralbank verkaufen wir einen Teil unserer Fremdwährungsreserven“, sagte Finanzminister Anton Siluanow am Mittwoch. „Wir erhalten Rubel und werden sie auf Bankkonten einzahlen, um der Wirtschaft Liquidität zu verschaffen“, zitiert ihn Bloomberg. Finanzspritzen für russische Banken sind ebenfalls geplant.

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