Börse: Dax mit siebtem Schlussrekord in Folge

Nach kurzer Verunsicherung entscheiden die Märkte, dass mit Griechenland schon alles gut gehen wird: Der Dax erreicht ein neues Allzeithoch über der 10800er-Marke, auch der Euro steigt stark. Aber die Verhandlungsposition der Gläubiger Griechenlands ist nicht gerade gut.

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Der Regierungswechsel in Athen hat der Euphorie der Anleger an den europäischen Finanzmärkten am Montag keinen Abbruch getan. Der Dax nahm seine Rekordfahrt rasch wieder auf und schloss mit 10.798,33 Zählern 1,4 Prozent höher. Mit seinem siebten Schlussrekord in Folge verfehlte der Leitindex das zuvor aufgestellte Allzeithoch von 10.807,57 Punkten nur knapp. Der EuroStoxx50 legte um 0,9 Prozent auf 3414,28 Punkte zu. Der Sieg der Kritiker des Sparkurses, den die Gläubigerländer Griechenland verordnet hatten, habe kaum überrascht, die Öffnung der Geldschleusen sei ein zu starker Kurstreiber, sagte IG-Analyst Gregor Kuhn. „Alle Probleme werden mit Billionen Euro zugeschüttet“, spielte ein Händler auf die Ankündigung der EZB an, ab März die Notenpresse anzuwerfen.

Wenig Unterstützung bekamen Europas Börsen aus den USA, wo die Anleger skeptisch reagierten. Zeitweise rutschten die US-Indizes Dow-Jones – und S&P500 bis zu 0,6 Prozent ins Minus, ehe die Euphorie in Europa zumindest die Verkäufe bremste. Zum Handelsschluss hierzulande notierten die Indizes nur noch leicht im Minus. Schließlich müssten die US-Investoren ohne Geldspritzen der Notenbank auskommen, erklärte CMC-Analyst Andreas Paciorek mit Blick auf die Kursverluste in New York. In den USA hat die Notenbank Fed die Geldschleusen nicht nur geschlossen, sondern erwägt über eine Zinswende eine Verknappung des Geldes.

Anleger an der Athener Börse reagierten besorgt und zogen ihr Kapital ab: Der Leitindex fiel um 3,2 Prozent. Der Index für die heimische Bankenbranche brach um 13,3 Prozent ein. Für viele Anleger im restlichen Europa hat ein möglicher Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone aber offenbar an Schrecken verloren. Auch am Devisenmarkt war die Reaktion moderat: Der Euro rutschte zwar zweitweise auf ein neues Elf-Jahres-Tief von knapp unter 1,11 Dollar. Doch notierte er am Abend schon wieder bei 1,1265 Dollar. Die Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks sei für den Wechselkurs wichtiger als Griechenlands Zukunft, sagte ein Börsianer.

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