Griechenland: Zinsen für Staatsanleihen steigen rapide

Die ersten politischen Signale des neuen griechischen Premiers Alexis Tsipras haben sich negativ auf die Entwicklung der Staatsanleihen ausgewirkt. Auch die Börse in Athen brach erneut ein. Tsipras versprach in seiner Antrittsrede einen radikalen Wandel in Griechenland.

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Nach den ersten Ankündigungen von Parteichef Tsipras wird es für Griechenland teurer, Schulden zu machen: Staatsanleihen mit 5 Jahren Laufzeit rentierten am Morgen bei 13,51 Prozent. Die Renditen der zehnjährigen Titel stiegen im Gegenzug um 50 Basispunkte auf 10,69 Prozent. Die dreijährigen Papiere kletterten um 183 Basispunkte auf ein Drei-Wochen-Hoch von 16,03 Prozent.

Der Stopp geplanter Privatisierungen in Griechenland hat die Investoren am Mittwoch in die Flucht geschlagen. Der neue griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras zerschlug die Hoffnungen der Börsianer auf einen Einstieg privater Investoren beim Energiekonzern PPC, nachdem bereits der geplante Verkauf des Hafens von Piräus auf Eis gelegt wurde. Die Aktien von PPC fielen am Mittwoch um mehr als sieben Prozent, Papieren von Piräus Port stürzten um fast neun Prozent ab. Der Verkauf der Unternehmen ist eine Bedingug von IWF, EZB und EU für neue Kredite an Athen.

Der neue griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat eine tiefgreifenden Wandel in seinem Land angekündigt. Der Vorsitzende der linken Syriza-Partei sagte am Mittwoch in der ersten Kabinettssitzung in Athen, seine Regierung werde die Klientelwirtschaft beenden. Die Griechen erwarteten einen radikalen Wandel. „Wir sind eine Regierung der nationalen Rettung“, sagte er und bekräftigte das Ziel, mit den internationalen Geldgebern Schuldenerleichterungen auszuhandeln.

Tsipras sagte, er werde keinen zerstörerischen Zusammenstoß mit den Gläubigern suchen. Ein Gespräch mit Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem am Freitag werde „produktiv“ sein. Die Regierung werden ein ausgeglichenes Budget anstreben, aber keine unrealistischen Überschüsse. Griechenland wird von seinen Euro-Partnern und dem IWF mit insgesamt 240 Milliarden Euro vor dem Bankrott bewahrt. Tsipras will das Land in der Euro-Zone halten, die Reformauflagen der Gläubiger aber kippen. Er werde seine Wähler nicht enttäuschen, sagte er.

Anleger zogen am Mittwoch erneut Gelder ab: Der griechische Aktienindex fiel um rund vier Prozent auf 753 Punkte. Er lag damit auf dem tiefsten Stand seit knapp zweieinhalb Jahren, nachdem er bereits am Dienstag 3,7 Prozent abgegeben hatte. Der Bankenindex markierte rutschte 10,7 Prozent auf ein Rekordtief.

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