Ostsee-Pipeline: Russland kann wegen Sanktionen Groß-Projekte nicht finanzieren

Durch den Stopp des Ausbaus der Ostsee-Pipeline North Stream erhöht Russland den Druck auf die EU. Zuvor wurde bereits der Bau von South Stream aufs Eis gelegt. Moskau hat den Pipeline-Bau vermutlich aus wirtschaftlichen Gründen gestoppt: Das Land kann die Investition wegen der Sanktionen nicht finanzieren.

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Der russische Energie-Riese Gazprom soll Insidern zufolge den Bau zweier weiterer Röhren der Ostsee-Pipeline, auch North Stream genannt, aufkündigen. North Stream besteht aus zwei Röhren, die jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas transportieren.

Derzeit schöpft North Stream rund die Hälfte seiner Kapazität aus, weil Gazprom ist nur einen eingeschränkten Zugriff auf die Opal-Pipeline, die durch Deutschland in die Tschechische Republik verläuft, hat, berichtet The Moscow Times. Zwei zusätzliche Röhren hätten die Kapazität auf 110 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erhöht.

Bei fallenden Gaspreisen seien solche Projekte schwer zu realisieren und manchmal sogar unmöglich, sagte Gazprom-Manager Viktor Tschubkow am Mittwoch auf einer Konferenz in Wien. Die Entscheidung hänge auch mit der komplizierten politischen Situation zusammen, sagte eine mit der Situation vertraute Person aus dem Gazprom-Umfeld zu Reuters.

Mitte Januar hatte Gazprom-Chef Alexei Miller gesagt, dass die Ukraine als Transitland „unzuverlässig“ sei und ersetzt werde. Stattdessen soll die Gas-Versorgung Europas über die Turkish Stream verlaufen, wobei die Türkei dem Projekt noch keine Zustimmung gegeben hat. Miller ist der Ansicht, dass die EU ihr internes Gas-Netzwerk ausbauen müsse.

Im vergangenen Dezember hatte Moskau die Pläne für die Pipeline South Stream aufgegeben, mit der russisches Erdgas unter Umgehung der Ukraine bis nach Südeuropa geliefert werden sollte.

Moskau hat South Stream vermutlich aus wirtschaftlichen Gründen gestoppt: Das Projekt ist zu teuer und rechnet sich wegen der flauen Wirtschaft in der EU nicht. Als Reaktion auf den Baustopp sprach sich damals Angela Merkel dafür aus, dass Bulgarien mit Russland neue Gespräche über den Bau der South-Stream-Gaspipeline führen soll. Zudem sollen beide Seiten ihre rechtlichen Fragen „ordentlich aufarbeiten“ sollte.

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