Weniger Gewinn: Google kämpft gegen den starken Dollar

Google hat den starken Dollar und sinkende Anzeigenpreise für Rückgänge bei Umsatz und Gewinn verantwortlich gemacht. Der Internet-Buchhändler Amazon konnte seinen Umsatz dagegen trotz der starken US-Währung steigern.

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Google hat wegen rückläufiger Anzeigenpreise und ungünstiger Währungseffekte Umsatz und Gewinn weniger stark gesteigert als erwartet. Für das vierte Geschäftsquartal gab der US-Internetkonzern am Donnerstag nach Börsenschluss einen um 15 Prozent höheren Umsatz bekannt, der allerdings unter den Schätzungen der Experten lag. Google-Aktien sanken nachbörslich zunächst deutlich, retteten sich dann später knapp ins Plus mit 0,1 Prozent.

Zwar stieg die Zahl der Klicks auf Online-Anzeigen in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres um 14 Prozent. Der „cost per click“ genannte Durchschnittspreis für die Werbung sank jedoch zum Vorjahrszeitraum um drei Prozent. Hier leidet Google unter dem Trend, dass immer mehr Nutzer über Geräte wie Smartphones oder Tablets auf seine Dienste zugreifen, denn dort sind die Gewinnspannen geringer. Google kämpft in diesem Bereich insbesondere gegen Facebook, der am Mittwoch einen deutlichen Anstieg bekanntgab. Im Anzeigengeschäft läuft es allerdings damit bei beiden Unternehmen besser als dem Konkurrenten Yahoo.

Weiter belastete der starke Dollar die Ergebnisse von Google, da das US-Unternehmen die Hälfte seines Umsatzes im Ausland erwirtschaftet. Finanzchef Patrick Pichette sprach von einem Umsatzanstieg „trotz eines starken Gegenwinds“ durch die Währungseffekte.

Der Nettogewinn stieg im Quartal auf 4,76 Milliarden Dollar oder 6,91 Dollar je Aktie von 4,95 Dollar im Vorjahreszeitraum. Allerdings hatten von Reuters befragte Analysten 7,11 Dollar erwartet. Der Umsatz lag bei 18,10 Milliarden Dollar nach 15,71 Milliarden. Hier waren 18,46 Milliarden Dollar vorhergesagt worden.

Der US-Internet-Händler Amazon hat dank seines Prime-Dienstes im vierten Quartal seinen Umsatz gesteigert. Die Erlöse kletterten im Vorjahresvergleich um 15 Prozent auf 29,3 Milliarden Dollar, wie Amazon am Donnerstag nach Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten mit 30 Milliarden Dollar etwas mehr erwartet. Den Gewinn bezifferte Amazon auf 45 Cent je Aktie, was deutlich über den Expertenschätzungen von 17 Cent lag. Der Nettogewinn betrug 214 Millionen Dollar nach 239 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Amazon habe von der Versand-Flatrate Amazon Prime von 99 Dollar im Jahr profitiert. Die weltweite Kundenzahl sei im vergangenen Jahr weltweit um 53 Prozent gestiegen.

Im nachbörslichen Handel sprangen die Amazon-Aktien um neun Prozent in die Höhe.

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