Syrizas Schulden-Plan: Regierung heuert US-Investmentbank Lazard an

Die neue Regierung in Athen hat die US-Investmentbank Lazard als Schulden-Berater angeheuert. Lazard hatte die griechische Regierung schon 2012 bei der Umstrukturierung des Banken-Sektors beraten.

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Die griechische Regierung hat die US-Investmentbank Lazard damit beauftragt, sie kurz vor den Verhandlungen mit der Troika, bezüglich ihrer Schuldenlast zu beraten. Die Troika besteht aus der EZB, dem IWF und der EU-Kommission.

Lazard beriet die griechische Regierung schon im Jahr 2012 und war maßgeblich an der Umstrukturierung der griechischen Banken beteiligt. Die börsennotierte US-Investmentbank hat eine lange Geschichte von Beratungstätigkeiten für überschuldete Staaten und Kommunen. Darunter befinden sich der Irak, Argentinien, die Elfenbeinküste und die Stadt New York. Unklar ist, wieviel Lazard für ihre Beratungs-Tätigkeiten bekommt und aus welchen Geldmitteln dies finanziert werden soll. Die Investmentbank unterstützt einen Schuldenschnitt für Griechenland, berichtet das Wall Street Journal.

Am Samstag, gab der griechische Premier Alexis Tsipras bekannt, dass er zuversichtlich sei. Es werde gelingen, „eine vorteilhafte Einigung sowohl für Griechenland als auch für Europa als Ganzes“ zu erzielen. „Keine Seite ist auf einen Konflikt aus und es war nie unsere Absicht, uns einseitig auf die griechische Schuldenlast zu beziehen“, zitiert die Financial Times Tsipras. Athen habe nicht vor, seine Kreditverpflichtungen gegenüber der EZB oder dem IWF auszusetzen. Zuvor hatte die Syriza-Regierung eine Zusammenarbeit mit der Troika abgelehnt.

Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis wird am Sonntag seinen französischen Amtskollegen Michel Sapin treffen. Anschließend wird er nach Großbritannien fliegen, um sich mit Schatzkanzler George Osborne zu treffen. Es sollen auch Treffen mit Vertretern von Merrill Lynch und der Deutschen Bank stattfinden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Samstag einen Schuldenerlass für die neue Regierung Griechenlands ausgeschlossen. Sie bestand darauf, dass das verschuldete Land die Vereinbarung bezüglich seiner Rettungsaktion einhält. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble warnte Athen vor „Erpressungs-Versuchen“.

EZB-Ratsmitglied Erkki Liikanen sagte, dass die EZB keine weiteren Kredite an griechische Banken vergeben werde, ohne eine klare Vereinbarung betroffen zu haben. „Irgendeine Lösung muss gefunden werden. Sonst können wir die Kredit-Gewährungen nicht fortsetzen“, so Liikanen.

Standard & Poors meldete am Freitag, dass die inländischen Einlagen bei der Alpha Bank, Eurobank, National Bank of Greece und der Piraeus Bank um 5,4 Milliarden Euro auf 213,3 Milliarden Euro geschrumpft sei.

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