Frankreich: Front National gewinnt erste Wahl nach Charlie Hebdo

Bei der ersten Abstimmung in Frankreich nach dem Charlie-Hebdo-Attentat konnte der Front National die meisten Stimmen für sich verbuchen. Bei einer Nachwahl für einen Sitz in der Nationalversammlung hat die Partei im Vergleich zu 2012 neun Prozent gewonnen.

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Die Front-National-Kandidatin Sophie Montel hat am Sonntag im östlichen Wahlkreis Doubs in der ersten Runde der Nachwahl zur Nationalversammlung 32,6 Prozent der Wählerstimmen für sich verbuchen können. Im Vergleich zu den Wahlen zur Nationalversammlung 2012 entspricht das einem Anstieg von etwa neun Prozentpunkten, berichtet Le Parisien. Sie setzte sich damit gegen den Sozialisten Frédéric Barbier durch, der nur 28,85 Prozent erhielt.

Am kommenden Sonntag wird sie in einer Stichwahl nochmals gegen Barbier antreten, weil Montel die absolute Mehrheit verfehlte. Das Mandat für Doubs wurde frei, weil Pierre Moscovici im vergangenen November das Amt des EU-Wirtschaftskommisars antrat. Die Nachwahl in Doubs wird in Frankreich als erste Testwahl nach dem Attentat auf das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo angesehen.

Die Zeitung Le Monde berichtet, dass die Sozialisten einen Sieg Montels nicht erwartet hatten. Montel hatte in der Vergangenheit gesagt, dass der Front National „weder rassistisch noch antisemitisch sei“. „Er verteidigt nur die Vorzugs-Rechte der Franzosen im eigenen Haus“, zitiert France TV Montel.


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