Vor Staatsbankrott: Russland-Krise belastet Weißrussland

Die anhaltende Währungs-Krise in Russland belastet zunehmend auch Weißrussland. Der weißrussische Rubel hat im aktuellen Jahr gegenüber dem Dollar mehr als die Hälfte seines Werts verloren. Russland ist der wichtigste Handelspartner und größte Gläubiger Weißrusslands.

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Die Ukraine-Krise und der Ölpreisverfall haben eine Kapitalflucht aus Russland ausgelöst und zur Abwertung des Rubels geführt. (Grafik: ariva.de)

Die Ukraine-Krise und der Ölpreisverfall haben eine Kapitalflucht aus Russland ausgelöst und zur Abwertung des Rubels geführt. (Grafik: ariva.de)

Die Wirtschafts-Krise in Russland und der damit verbundene Rubel-Verfall belastet zunehmend die weißrussische Wirtschaft. Russland ist der größte Gläubiger und wichtigste Handelspartner Weißrusslands.

Der weißrussische Rubel fiel am Dienstag um weitere 6,2 Prozent. Händler müssen für einen Dollar 16.705 Rubel zahlen. Das ist im Tagesverlauf der weltweit steilste Währungs-Rückgang. Bis zur Jahreswende hatte die weißrussische Notenbank eine kontrollierte Abwertung gegenüber dem Dollar in Höhe von 15 Prozent vorgenommen, weil die Krise im Nachbarland allmählich überschwappte.

Doch die Notenbank in Minsk verfügt nur über fünf Milliarden Dollar an Währungsreserven. Vier Milliarden Dollar sollen in den kommenden Monaten für Schuldenrückzahlungen verwendet werden, berichtet die Financial Times.

Im aktuellen Jahr hat der weißrussische Rubel gegenüber dem Dollar mehr als die Hälfte seines Werts verloren. Das sorgt für Angst vor einem Staatsbankrott.

Diese Befürchtung wurde durch einen „Ausrutscher“ des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko genährt, als dieser für 2015 eine Umschuldung der Devisen-Anleihen ankündigte, wenn es zu Rückzahlungs-Engpässen kommen sollte. Anleger in Weißrussland reagierten auf diese Aussage mit dem Verkauf ihrer Staatsanleihen.

Das führte zu einer Vervierfachung der Rendite der im kommenden August auslaufenden Dollar-Bonds auf etwa 64 Prozent. Die Papiere, die 2018 fällig werden, rentierten bei 21,7 Prozent. Zuvor lag dieser Anteil bei 12,6 Prozent.

Später sagte Lukaschenko den Anleihe-Investoren, dass er falsch verstanden worden sei. Er wolle keine Umschuldung, sondern eine Refinanzierung vornehmen.

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