Aufsicht: Versicherer müssen sich auf Markt-Einbruch vorbereiten

Versicherer wie Allianz, Axa oder Ergo müssen sich auf einen Kapitalmarkt-Schock einstellen, warnt die EU. Wegen des Anleihen-Kaufprogramms der EZB werfen viele Staatsanleihen kaum noch etwas ab. Versicherungen stehen daher unter Druck, in alternative Anlageklassen wie Infrastruktur zu investieren.

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Europäische Versicherungen müssen sich nach Ansicht der Aufsichtsbehörde Eiopa auf einen Einbruch an den Kapitalmärkten einstellen. Die Unternehmen müssten die Zeit nutzen, die ihnen die Europäische Zentralbank (EZB) durch ihr Anleihenkaufprogramm (QE) verschaffe, um sich darauf vorzubereiten, sagte Eiopa-Geschäftsführer Carlos Montalvo am Dienstag bei einer Konferenz in Frankfurt. „QE wird die Korrektur hinauszögern, aber es wird nicht verhindern, dass es irgendwann eine Korrektur gibt.“

Wegen des EZB-Programms werfen viele Staatsanleihen kaum noch etwas ab. Versicherungen stehen unter Druck, in alternative Anlageklassen wie Infrastruktur zu investieren. Große Versicherungen wie die Allianz, Axa oder Ergo haben bereits Milliarden in Straßen, Pipelines und Windparks gesteckt. Montalvo befürchtet allerdings, dass viele kleinere Versicherungen nicht genügend Expertise haben, um die Risiken in diesen Anlageklassen korrekt einzuschätzen, wie er der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der Konferenz sagte. „Ich fürchte, dass Projekte nicht mehr so genau geprüft werden, wenn der Wettbewerbsdruck steigt, auf diesen Zug aufzuspringen.“

Die Eiopa erarbeite derzeit einem Katalog mit Kriterien für sichere Infrastruktur-Verbriefungen, sagte Montalvo. Er soll es leichter für Versicherungen machen, die Risiken zu verstehen, wenn sie Geld in Straßen oder Windparks stecken. Ein erster Entwurf könnte laut Montalvo im September vorliegen.

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