Börse: Dax nähert sich 11.000 Punkten

Die US-Märkte sind nach wie vor euphorisch über die Pläne Griechenlands - aber Kanzlerin Merkel will auf Zeit spielen - und wenn die Griechen eines nicht haben, dann ist es Zeit. Die Sache wird komplizierter und schmerzvoller, als die Märkte derzeit einpreisen. Öl bleibt stark, Gold hingegen kommt unter die Räder und der Euro schießt nach oben.

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Die Aussicht auf die eine Öffnung der Geldschleusen durch die EZB und Spekulationen auf eine einvernehmliche Lösung in der griechischen Schuldenkrise haben am Dienstag die Kurse an den europäischen Aktienmärkten in die Höhe getrieben. Der Dax stieg um 0,6 Prozent auf 10.890,95 Zähler. Damit schloss der Leitindex zwar so hoch wie noch nie, aber unter dem zuvor erreichten Allzeithoch von 10.984,69 Zählern. Der Bruch der 11.000er Marke sei aber nur eine Frage der Zeit, sagte ein Händler. Der EuroStoxx50 zog um 1,3 Prozent auf 3414,18 Zähler an.

Die EZB will ab März über ein Anleihen-Kaufprogramm die Notenpresse anwerfen und damit die Konjunktur ankurbeln. Dies macht alternative Anlagen in Staatsanleihen immer weniger rentabel. „Solange die Geldschleusen in Europa offen sind und immer breiter werden, feiert man die Party mangels Alternativen“, sagte Ayondo-Marktstrategin Sarah Brylewski. So werfen die zehnjährigen Bundesanleihen nur noch eine Rendite von 0,323 Prozent ab – und damit erstmals weniger als die seit Jahren renditeschwachen Japanbonds. Spekulationen auf Anschlusskaufprogramme der EZB taten laut Börsianern ihr übriges. Asoka Wöhrmann von der Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank brachte in einem Zeitungsinterview die Aufstockung des EZB-Konjunkturprogramms zum Jahresende ins Gespräch.

Geplant ist bisher, dass die EZB Anleihen im Gesamtvolumen von einer Billion Euro kauft. Die damit einhergehende Abwertung des Eruo stützte die Aktienkurse zusätzlich. Inzwischen hat sich die Gemeinschaftswährung aber stabilisiert. Am Dienstag zog sie um mehr als einen US-Cent auf 1,1475 Dollar an. Die Verluste seit der EZB-Ankündigung machte sie somit teils wett.

Unterstützung kam zudem aus Athen, obwohl die Ideen der Griechen zur Lösung des Schuldenstreits in der Euro-Zone auf ein verhaltenes Echo stießen. Immerhin bemühe sich die neue Regierung, die Wogen ein wenig zu glätten, sagte IG-Analyst Christian Henke. Der Athener Leitindex gewann 11,3 Prozent und machte damit seine Vorwochenverluste im Sog des Machtwechsels wett.

Auch an der Wall Street zogen die Kurse um rund ein Prozent an. Denn für die vielen an den US-Börsen gelisteten Ölfirmen kommt die Erholung der Ölpreise gerade recht. Nordseeöl der Sorte Brent stieg um bis zu 4,5 Prozent auf 57,23 Dollar je Barrel (159 Liter). Am Abend lag der Preis noch 2,6 Prozent höher bei 56,18 Dollar. Laut Analysten könnte das Überangebot von Öl bald Geschichte sein. Denn immer mehr Ölfirmen kappen ihre Investitionen, da bei einem so niedrigen Ölpreis die Gewinne dahinschmelzen. Dies trifft auch auf Russlands Wirtschaft zu. Das Land bestreitet mit den Ölausfuhren rund 40 Prozent seiner Einnahmen. An der Moskauer Börse zogen die Kurse an. Der Leitindex, der die Kurse in Dollar berechnet, stieg um 5,5 Prozent. Der Rubel holte drei Prozent auf.

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