Wer Finnland Geld leiht, muss dafür bezahlen

Als erstes EU-Land hat Finnland am Mittwoch fünfjährige Staatsanleihen mit einer negativen Rendite begeben. Der Käufer dieser Anleihen würde somit weniger Geld zurückbekommen, als er eingezahlt hat.

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Finnland hat am Mittwoch als erstes Land der Eurozone fünfjährige Staatsanleihen mit einer negativen Rendite von 0,017 Prozent begeben. Das Volumen der Emission beträgt eine Milliarde Euro. Der Käufer dieser Anleihen würde somit im Jahr 2020 weniger Geld zurückbekommen, als er eingezahlt hat. Die Rendite der finnischen zehnjährigen Benchmark-Staatsanleihen sank auf 0,37 Prozent. Zu Beginn des Jahres lag die Rendite bei mehr als zwei Prozent, berichtet die Financial Times.

Das EZB-Programm zum Kauf von Staatsanleihen lässt die Renditen für Staatsanleihen in der gesamten Eurozone sinken. Finnlands Anleihen-Emission kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Land in einer mittlerweile drei Jahre andauernden Rezession befindet. Einige Ökonomen sind der Ansicht, dass das Land sich sogar in einer Depression befindet, die tiefgreifender als die Wirtschafts-Krise 1990 ist.

Die finnische Regierung war in den vergangenen Jahren eine Unterstützerin der europäischen Sparpolitik. Doch auch das Schulden-BIP-Verhältnis des Landes soll längst über 60 Prozent liegen.

Politiker und Geschäftsleute in Finnland glauben nicht an eine Lösung der Krise, die übrigens auf wirtschaftliche Rückgänge bei Nokia und der Forstwirtschafts zurückgeht, durch die Aufnahme von mehr Krediten. Stattdessen fordern sie umfassende Struktur-Reformen in der Gesundheitsversorgung, auf dem Arbeitsmarkt und bei den Pensions-Kassen.

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