Schottische Nationalisten fordern Abstimmung über EU-Austritt

Die schottischen und walisischen Nationalisten fordern ein größeres Mitspracherecht bei einer Abstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der EU. Im Gegensatz zu den Engländern wolle man keinen Austritt. Damit steigt der Druck auf Cameron, zumal die Parlamentswahlen noch ausstehen.

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Im vergangenen Jahr entschieden sich die Schotten Teil Großbritanniens zu bleiben. Nun könnte den Schotten bald wieder eine Abstimmung bevorstehen: ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU. Hier allerdings wären die Schotten zahlenmäßig unterlegen. Selbst wenn sich die Schotten im EU-Referendum mehrheitlich gegen einen Austritt Großbritanniens entscheiden würden, könnten die Engländer mit ihrer höheren Bevölkerungszahl einen Austritt erreichen. Das wollen die schottischen Nationalisten und auch die davon betroffenen Waliser Nationalisten nun ändern.

So forderte die Chefin der Plaid Cymru Partei in Wales, Leanne Wood, jede eigene Nation in Großbritannien solle eine eigene separate Abstimmung bezüglich des Verbleibs Großbritanniens in der EU abhalten. Und, wenn auch nur eine Nation gegen einen Austritt aus der EU sei, sollte Großbritannien in der EU verbleiben, zitiert der Telegraph Wood. Schließlich sei „Großbritannien eine Familie von Nationen und wir sollten nur die EU verlassen, wenn alle vier Länder das wollen“. Wales ist mit dieser Forderung nicht allein. Auch Nicola Sturgeon von der Scottish National Party sagt, die Schotten sollten ihre eigene Stimme zum Brexit abgeben dürfen. England, Schottland, Wales und Nordirland sollten einzeln entscheiden, nicht nur Großbritannien als Ganzes, so Nicola Sturgeon. Umfragen zufolge sind die Schotten grundsätzlich pro-europäischer als die Engländer.

David Cameron hält bisher dagegen. Ende vergangenen Jahres sagte er: „Wir sind ein gemeinsames Großbritannien, es werde ein Referendum geben und hierbei werde die Mehrheit der abgegebenen Stimmen entscheiden. Unklar ist, wann im Falle eines Wahlsieges der Konservativen ein Referendum abgehalten werden würde. Ursprünglich war 2017 geplant, doch es steht auch 2016 im Raum. Cameron sagte vergangene Woche, er wäre „erfreut“, wenn ein Referendum schon im kommenden Jahr durchgeführt werden könnte. Am Sonntag sagte eine nicht genannte Quelle aus der Downing Street der Sunday Times jedoch, dass es „absolut keine Pläne“ für so eine frühe Abstimmung gebe.


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