Fitch entzieht Österreich die Bestnote AAA

Die Schuldendynamik in Österreich habe sich in kurzer Zeit verschlechtert. Die Ratingagentur Fitch hat dem Land daher die Bestnote AAA entzogen. Zuvor waren 116 Milliarden Euro versteckte Schulden aufgetaucht, die in keiner Statistik auftauchten.

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Die Ratingagentur Fitch hat Österreich die Bestnote AAA entzogen. Mit der Herabstufung der Kreditwürdigkeit auf AA+ hat das Land nur noch bei einer der drei großen Agenturen – Moody’s – das Spitzenrating. Der Ausblick ist allerdings stabil, womit eine weitere Änderung des Ratings in naher Zukunft nicht ansteht. Das Land erwartet keine negativen Konsequenzen von dem Schritt. Die finanzielle Lage werde dadurch nicht erschwert, teilte das Finanzministerium am Samstag mit. In der Regel steigen durch schlechtere Ratings die Finanzierungskosten für Länder, indem sie höhere Zinsen zahlen müssen. Für Österreich, das sich dieses Jahr zwischen 22 und 24 Milliarden Euro am Markt besorgen will, liegen diese derzeit aber so niedrig wie noch nie. Der Durchschnitt des vergangenen Jahres betrug 0,91 Prozent.

Als Grund für die Herabstufung gab Fitch am späten Freitagabend an, der Schuldenberg Österreichs werde stärker anwachsen und länger hoch bleiben als bislang angenommen. Dies liege unter anderem an den staatlichen Hilfen für die Banken des Landes. Zudem bleibe der Druck auf den Finanzsektor des Landes wegen der Wirtschaftskrise in Russland und des Konflikts in der Ostukraine hoch. Die Institute sind in Osteuropa stark engagiert. Zudem schwächele die österreichische Wirtschaft. Dies könnte die mittelfristigen Wachstumsperspektiven gefährden, hieß es bei Fitch. Standard & Poor’s (S&P) hatte die Bestnote für Österreich bereits 2012 gekippt.

Eine Analyse der Unternehmensbeteiligungen des Staates ergab, dass Österreich 116 Milliarden Euro versteckte Schulden hat. Dieser Betrag tauchte bislang in keiner Statistik auf. Hinzu kommen 264,5 Milliarden Euro, die der öffentliche Sektor Ende 2014 angehäuft hat.

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