Russland: Rosneft will sich gegen Wechselkurs-Schwankungen schützen

Der russische Öl-Riese Rosneft hat seine Rechnungslegung umgestellt. Dadurch will sich der Konzern aufgrund der Rubel-Krise gegen Wechselkurs-Risiken absichern.

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Die Rosneft-Aktie hat zwischen dem Dezember 2014 und Januar 2015 einen großen Einbruch erlitten. (Grafik: ariva.de)

Die Rosneft-Aktie hat zwischen dem Dezember 2014 und Januar 2015 einen großen Einbruch erlitten. (Grafik: ariva.de)

Russlands staatlicher Öl-Riese Rosneft, versucht seine Verluste durch die fallenden Rohölpreise und den Rubel-Verfall durch Änderungen an seinem Abrechnungssystemen auszugleichen. So sollen Wechselkursschwankungen nicht jedes Quartal, sondern unverzüglich aufgezeichnet werden, wenn sie auftreten.

Die „höhere Wechselkursvolatilität des russischen Rubels (…) kann die Auswirkungen des tatsächlichen Währungsrisikos in Bezug auf die laufende Periode verzerren, wenn sie vierteljährlich berücksichtigt wird“, zitiert die Financial Times Rosneft aus einer Mitteilung.

Rosnefts Schulden werden größtenteils in Dollar und Euro gehalten. Diese Schulden müssen am Ende eines jeden Quartals in Rubel umgerechnet werden.

In der Mitteilung heißt es: „Fremdwährungsgewinne und –verluste, die aus der Umrechnung von Finanzverbindlichkeiten in Fremdwährungen in Rubel entstehen, werden vorübergehend im sonstigen Ergebnis als Teil des Eigenkapitals angegeben. Damit entfällt eine Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung.“

Rosneft wendet hier das sogenannte IFRS-Hedge Accounting an, berichtet Reuters. Im Allgemeinen soll das Währungs-Risiko einer Vermögens- oder Schuldposition durch ein Sicherungsinstrument, welches dem entgegensteht, ausgeglichen werden.

Es soll dann zum Ausgleich von Wertverlusten- und gewinnen kommen. Dies erfolgt in der Rechnungslegung. Währungsrisiken entstehen immer dann, wenn sich aufgrund von Wechselkursschwankungen der Wert eines Finanzinstruments ändert.

Rosneft hat seinen Bericht für das vierte Quartal (Q4) des vergangenen Jahres noch nicht veröffentlicht. Das Hedge-Accounting soll jedenfalls auch auf den Q4-Bericht angewendet worden sein. Davon wird auch der internationale Energie-Riese BP profitieren.

BP hält an Rosneft eine Beteiligung in Höhe von 19,75 Prozent und rechnet mit einer Dividende von 470 Millionen Dollar. Zuvor hatten Analysten damit gerechnet, dass BP millionenschwere Dividenden- und Ertragsverluste erleidet.

Raiffeisenbank-Analyst Andrej Polischuk sagt, dass das Ausbleiben der Dividenden-Ausschüttungen Zweifel an der Effektivität von Rosneft hervorgebracht hätte.

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