Börse: Dax mit viertem Schlussrekord in Folge

Die Eurogruppe hat den Vorschlägen Griechenlands zu den Reformen zugestimmt - aber die Vorschläge kamen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von Griechenland, sondern von der EU-Kommission. Die Kommission hat das Papier schon gelobt, bevor überhaupt klar war, dass es bei den Institutionen eingegangen ist. Janet Yellen hält sich alle Optionen offen und beruhigt damit die Märkte, der Dax springt auf ein neues Allzeithoch über 11200 Punkten.

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Spekulationen auf eine Verschiebung der geplanten Zinserhöhung in den USA haben europäische und amerikanische Aktienindizes am Dienstag zu neuen Höchstständen geführt. Außerdem sorgte die Zustimmung der Euro-Finanzminister zur Auszahlung weiterer Milliardenhilfen an Griechenland für Erleichterung.

US-Notenbankchefin Janet Yellen sagte bei ihrer halbjährlichen Anhörung vor dem Kongress, dass eine Zinserhöhung nicht unmittelbar bevorstehe. Außerdem lasse sich die Fed nicht auf einen einzelnen Faktor als Auslöser für die Zinswende festlegen. Allerdings werde die US-Notenbank – abhängig von der Entwicklung der Konjunktur – von „Treffen zu Treffen“ über diese Frage entscheiden.

„Das hört sich so an, als ob die Zinserhöhung frühestens im Juli statt wie bisher gedacht im Juni kommt“, sagte ein Börsianer. Anlagestratege Dan Morris vom Vermögensverwalter TIAA-CREF tippte sogar auf September. „So lange die Inflation gering bleibt und sich bei Wachstum und Dollar-Kurs nichts ändert, haben sie keinen Grund, die Zinsen zu erhöhen.“

Der Dax kletterte daraufhin auf ein Rekordhoch von 11.228,37 Zählern und verabschiedete sich mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 11.205,74 Punkten in den Feierabend. An der Wall Street markierte der Dow Jones mit 18.212,08 Stellen ebenfalls eine neue Bestmarke. Der EuroStoxx50 gewann 0,8 Prozent auf 3548,93 Zähler. Der Euro machte seine zwischenzeitlichen Verluste wett und kostete mit 1,1326 Dollar wieder ungefähr so viel wie zum New Yorker Vortagesschluss.

Als Reaktion auf die Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland stieg der Athener Leitindex um knapp zehn Prozent und der griechische Bankenindex sogar um mehr als 17 Prozent. Auch Staatsanleihen des Mittelmeer-Anrainers waren wieder heiß begehrt. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel um mehr als einen Prozentpunkt auf 8,889 Prozent.

Ioan Smith, Geschäftsführer des Brokerhauses KCG Europe, kritisierte allerdings das Fehlen konkreter Sparziele in der Reformliste der Athener Regierung. Die Aufstellung war eine Vorbedingung für die Zustimmung zu weiteren Zahlungen. „Es sieht nach einem erneuten Durchwursteln aus, ohne dass sich etwas wirklich ändert“, betonte Smith. „Der Markt scheint damit aber hochzufrieden zu sein und ‚Hoffnung‘ ist ein wichtiger Faktor bei Investitionsentscheidungen.“

Am deutschen Aktienmarkt sorgte der mehr als elfprozentige Kurssprung von Aixtron für Aufsehen. Der Anbieter von Maschinen zur Herstellung von Chips und LEDs hofft 2015 nach drei verlustreichen Jahren auf die Ertragswende.

Die Aktien von Telefonica Deutschland stiegen um bis zu 8,4 Prozent auf ein Rekordhoch von 5,16 Euro. Die Muttergesellschaft des Mobilfunkers O2 stellte für das laufende Jahr ein zehnprozentiges Plus beim Betriebsgewinn in Aussicht. 2014 rutschte die Firma wegen der Übernahme des Rivalen E-Plus tief in die roten Zahlen.

Spitzenreiter des Londoner Auswahlindex FTSE waren BHP Billiton mit einem Kursplus von 6,2 Prozent. Der Halbjahresgewinn des Bergbaukonzerns ging zwar wegen des Preisverfalls zahlreicher Rohstoffe um 31 Prozent auf 5,35 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten im Schnitt aber einen größeren Rückgang auf 5,1 Milliarden Dollar befürchtet. Außerdem hob BHP die Zwischendividende an.

An der New Yorker Börse gehörte Home Depot mit einem Kursplus von 2,9 Prozent zu den Favoriten. Der Baumarkt-Betreiber steigerte den Gewinn im abgelaufenen Quartal um mehr als ein Drittel auf 1,38 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.

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