Russischer Oligarch will sich bei Immofinanz einkaufen

Der russische Investor Boris Mints zeigt Interesse an der österreichischen Immofinanz. Damit wollte Mints sein Engagement außerhalb Russlands ausbauen. Allein durch die Ankündigung sprang die Immofinanz-Aktie um mehr als zwölf Prozent.

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Der Immobilienkonzern Immofinanz rückt ins Visier eines russischen Investors: Der Milliardär Boris Mints will sich gemeinsam mit der Gewerbeimmobilienfirma CA Immo an dem österreichischen Unternehmen beteiligen. Die beiden Partner prüfen dafür eine öffentliche Offerte für rund 15 Prozent der Immofinanz-Aktien zu einem Preis von 2,51 Euro je Papier, wie sie am Mittwoch mitteilten. Ob es tatsächlich dazu kommt, ist offen. Doch allein die Ankündigung genügte, um der Immofinanz-Aktie zu einem Kurssprung von mehr als zwölf Prozent auf 2,82 Euro zu verhelfen.

Mints besitzt über seine Firma O1 mehrere große Bürogebäude in Innenstadtlagen in Moskau. Das Magazin Forbes schätzt sein Vermögen auf 1,6 Milliarden Dollar. Erst vor kurzem brachte der Unternehmer seinen Einstieg von 26 Prozent bei der auf Bürohäuser in Deutschland und Österreich spezialisierten CA Immo über die Bühne. Damit wollte er sein Engagement außerhalb Russlands ausbauen, hatte sein Sohn Dimitri Mints im Oktober auf einer Pressekonferenz erklärt. Welche Absichten CA Immo und O1 mit einem Einstieg bei Immofinanz verfolgen, ließen die Firmen offen.

Immofinanz besitzt in Russland – ihrem mit Abstand größten Einzelmarkt – mehrere große Einkaufszentren im Umland von Moskau. Zuletzt hatte der Firma dort der massive Verfall des Rubel zu schaffen gemacht. Im ersten Halbjahr 2014/15 (bis Ende Oktober) verbuchte sie einen Nettoverlust von 30 Millionen Euro. Das hatte den Kurs bis Mitte Dezember auf ein Jahrestief von 1,93 Euro gedrückt.

Die Immofinanz ist neben CA Immo die dritte österreichische Immobilienfirma, die Interesse ausländischer Investoren auf sich zieht: Für das Wohnimmobilienunternehmen Conwert hatte kürzlich die Deutsche Wohnen ein Übernahmeangebot angekündigt. Bei Immofinanz-Chef Eduard Zehetner stießen die Pläne auf wenig Gegenliebe. Zwar seien der Einstieg und eine engere Kooperation der Gewerbeimmobilienfirmen strategisch sinnvoll. Den Angebotspreis von 2,51 Euro je Aktie findet er jedoch „lächerlich“. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass (..) jemand um 2,51 eine Aktie andient“, sagte er. Der Preis müsse bei mindestens vier Euro liegen, um den fairen Wert des Unternehmens widerzuspiegeln. Gespräche mit CA Immo oder O1 habe es bis auf ein kurzes Telefonat mit CA-Immo-Chef Bruno Ettenauer nicht gegeben.

Dennoch erwarte er, dass Mints und CA Immo einen Anteil von rund 25 Prozent an Immofinanz anstreben, um genügend Einfluss ausüben zu können. Zudem gebe es Hinweise, dass sich die beiden Partner bereits rund zehn Prozent der Immofinanz-Aktien gesichert hätten. Handfeste Beweise dafür gebe es jedoch nicht.

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