Griechenland bittet Russland um Lockerung der Sanktionen

Russland und Griechenland befinden sich in Gesprächen über eine mögliche Lockerung der Obst- und Gemüsesanktionen. Griechenland hatte in den vergangenen Jahren seinen Pfirsich-Sektor aufgebaut, um vor allem Russland zu beliefern. Die griechische Landwirtschaft ist von den als Reaktion auf die EU-Sanktionen verhängten Importsperren besonders betroffen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Griechenland bittet Russland darum, das Verbot zur Einfuhr von griechischen Erdbeeren, Orangen, Kiwis und Pfirsichen teilweise aufzuheben.

Das sagte der Chef-Assistent der russischen Bundesbehörde für Veterinär- und Pflanzengesundheitsaufsicht (Rosselkhoznadzor), Alexei Alexejenko, der Nachrichtenagentur TASS am Sonntag, nachdem er sich mit dem griechischen Vize-Landwirtschaftsminister Panagiotis Sgouridis getroffen hatte.

„Später hat uns ein griechischer Abgeordneter dieselbe Anfrage gestellt. Sie möchten, dass das Verbot in zwei Bereichen aufgehoben wird“, so Alexejenko. Bisher sei es um mündliche Anfragen gegangen. Doch in wenigen Tagen werde Athen eine offizielle schriftliche Anfrage stellen.

So wurde der griechische Pfirsich-Sektor vor allem für den russischen Absatzmarkt geschaffen.

Eine mögliche Aufhebung der Obst- und Gemüsesanktionen bezüglich Griechenlands wurde erstmals im Juni 2014 vom russischen Landwirtschaftsminister angesprochen. Doch diese Option werde nur in Erwägung gezogen, falls Griechenland die Euro-Zone verlassen sollte.

Obst lieferten aus Europa neben Griechenland vor allem Polen und Spanien nach Russland. Gemüse bezog Moskau vornehmlich aus den Niederlanden, Polen und Spanien.
Auch der Milchsektor leidet, insbesondere Käse- und Butterproduzenten. Mehr als 90 Prozent der Käseexporte aus Finnland und den baltischen Staaten gingen bisher nach Russland. Für die Niederlande, Deutschland und Polen liegt diese Quote bei etwa 40 Prozent.

Als Reaktion auf westliche Sanktionen hatte Russland im August 2014 Einfuhrverbote für zahlreiche Lebensmittel aus dem Westen verhängt (Video am Anfang des Artikels).

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick