Hypo-Desaster: FMS Wertmanagement verklagt Österreich

Die Bad Bank der Hypo Real Estate, die FMS Wertmanagement, besitzt Hypo-Papiere im Umfang von 295 Millionen Euro - darunter eine Anleihe, deren Rückzahlung am 6. März fällig gewesen wäre. Das Institut hat Klage vor dem Landgericht Frankfurt eingereicht und fordert 200 Millionen Euro plus Zinsen.

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Bei der Abwicklung der Krisenbank Hypo Alpe Adria will Österreich die Gläubiger in die Pflicht nehmen – und erhält dabei Unterstützung von der EU. Ob und wie viel Geld die Investoren zurückbekommen, will die Finanzmarktaufsicht (FMA) bis zum kommenden Jahr entscheiden: Sie hat einen Schuldenschnitt für Papiere der Hypo-Nachfolgerin Heta im Auge. Auch eine Insolvenz des Instituts ist noch nicht vom Tisch.

Für einen Großteil der Hypo-Papiere haftet zwar das Land Kärnten. Die dortige Landesregierung hat jedoch bereits gewarnt, für die gut zehn Milliarden Euro schweren Garantien nicht alleine geradestehen zu können. Das Bundesland steht wegen der drohenden Insolvenz und einer deutlichen Herabstufung der Bonität kurz vor der Pleite. Um Abhilfe zu schaffen, hat die Landesregierung nach eigenen Angaben die österreichische Bundes-Schuldenagentur ÖBFA um Kredite gebeten.

Mittlerweile prüft die Wiener Korruptionsstaatsanwaltschaft eine mögliche Bilanzfälschung bei der Skandalbank. Untersucht wird das Jahr der Notverstaatlichung 2009.

Der Zahlungsstopp der Hypo-Bad-Bank Heta sorgt zunehmend Unruhen in der internationalen Finanzindustrie. Zahlreiche europäische Banken sind mit Milliarden im Risiko. Hier ein Überblick über die Gläubiger:

Nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch besitzen deutsche Banken 40 Prozent der betroffenen Heta-Papiere.

Die BayernLB hat noch gut zwei Milliarden Euro an Krediten in der Hypo stecken, die Gegenstand eines Rechtsstreits vor dem Landgericht München sind. Aus Sicht der Österreicher sind die Darlehen als Eigenkapitalspritze der ehemaligen Eigentümerin BayernLB zu werten. Die Münchner bestehen hingegen auf einer Rückzahlung. Der Vorwurf der Bilanzfälschung ist unter anderem Gegenstand von Gerichtsprozessen der (Ex-)Eigentümer Bayern und Österreich.

Der verstaatlichte Immobilienfinanzierer Pfandbriefbank pbb muss Forderungen im Nominalwert von 395 Millionen Euro berichtigen und hat rechtliche Schritte angekündigt.

Die Bad Bank der Hypo Real Estate, die FMS Wertmanagement, besitzt Hypo-Papiere im Umfang von 295 Millionen Euro – darunter eine Anleihe, deren Rückzahlung am 6. März fällig gewesen wäre. Das Institut hat Klage vor dem Landgericht Frankfurt eingereicht und fordert 200 Millionen Euro plus Zinsen.

Bei der Dexia Kommunalbank Deutschland, einer Tochter der belgischen Dexia, stehen Papiere im Nominalwert von 395 Millionen Euro im Feuer. Auch sie will rechtliche Schritte ergreifen.

Die Münchner Rück hat für das erste Quartal Abschreibungen im dreistelligen Millionenbereich und eine Ergebnisbelastung im zweistelligen Millionenbereich angekündigt.

Die Düsseldorfer Hypothekenbank hatte Ende 2013 mit Landeshaftungen besicherte Hypo-Papiere über 348 Millionen Euro im Bestand. Die Rating-Agentur Fitch hat die Düsselhyp daher massiv herabgestuft. Ein Scheitern der Bank sei nahezu unvermeidlich. Deshalb müssen entweder der Staat oder die Einlagensicherung einspringen, um die Bank zu retten, so die Analysten.

Die UniCredit-Tochter Hypovereinsbank besitzt Papiere im niedrigen dreistelligen Millionenbereich und bildete dafür bereits im vergangenen Geschäftsjahr Rückstellungen.

Die Deutsche-Bank-Fondstochter und die staatliche NRW.BANK zählen ebenfalls zu den Gläubigern. Die staatliche NRW.Bank muss möglicherweise Bonds im Wert von 276 Millionen Euro abschreiben.

Auch der österreichische Bankensektor ist massiv von dem Hypo-Desaster betroffen. Österreichische Banken und Versicherungen sind nach Angaben der FMA mit rund zwei Milliarden Euro bei der Heta engagiert. Ein großer Teil entfällt auf andere Landes-Hypothekenbanken. Sie sind auch über eine gemeinsame Pfandbriefstelle miteinander verbunden, die für die Hypos Geld am Kapitalmarkt aufgenommen hat. Für jene Schulden, die die Hypo Alpe Adria über die Pfandbriefstelle aufgenommen hat, müssen daher die anderen Landes-Hypos oder ihre Eigentümer geradestehen. Das sind gut 1,2 Milliarden Euro.

Weitere Gläubiger aus Österreich:

In einer Studie der britischen Bank Barclays wird das Kärnten-Exposure der österreichischen Kommunalkredit mit 595 Millionen Euro beziffert. Die Bank Austria hält Anleihen in Höhe von 859 Millionen Euro und die Erste Bank rund 150 Millionen Euro. Die genaue Aufschlüsselung zwischen Darlehen direkt an das Bundesland oder die Heta gibt Barclays nicht an

Die Vienna Insurance Group hatte zuletzt Hypo-Anleihen von 100 Millionen Euro im Bestand. Die Hälfte davon sind nachrangige Papiere, die bereits von einem Schuldenschnitt im vergangenen Jahr betroffen waren.

Die Versicherung Uniqa hat 25 Millionen Euro in die betroffenen Papiere investiert und prüft rechtliche Schritte.

Die Raiffeisen Bank International besaß per Ende Januar Hypo-Papiere im niedrigen einstelligen Millionenbereich.

Die österreichischen Volksbanken verfügen über einen „Kleinstbestand“ an Hypo-Papieren, das Spitzeninstitut ÖVAG hält keine.

Die Oberösterreichische Versicherung ist „geringfügig“ engagiert.

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