Börse: Dax schließt 1,5 Prozent im Minus

Der Dax tut etwas Ungewöhnliches: Er fällt. Klar war der Index zu heiß gelaufen - aber das war er schon seit Wochen. Entscheidend ist vielmehr, dass nun die US-Märkte das Ende der ultralaxen Geldpolitik vor der morgigen Fed-Sitzung einpreisen - ob zurecht, wird sich zeigen.

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Europas Aktienanleger haben am Dienstag Kasse gemacht. Der Dax fiel um 1,5 Prozent auf 11.980,85 Punkte und gab damit einen großen Teil des Vortagesgewinns wieder ab. Der EuroStoxx50 verlor 0,9 Prozent auf 3672,16 Zähler. „Das ist eine mehr als gesunde Korrektur“, sagte FXCM-Analyst Jens Klatt. Der Anstieg von 24 Prozent seit Jahresbeginn erinnere schon an eine Blase. Nun sei nur zu hoffen, dass die Schnäppchen-Jäger nicht wieder zu früh zuschlügen. Zuletzt waren Rücksetzer von Anlegern häufig zum Einstieg genutzt worden. Am Vortag hatte der Dax erstmals die 12.000er Marke übersprungen.

Vorsichtig stimmte die Anleger die zweitägige Zinssitzung der US-Notenbank mit einer Pressekonferenz von Fed-Chefin Janet Yellen am Mittwoch. An der Wall Street fielen Dow-Jones – und S&P500 bis zum Handelsschluss in Europa um 0,8 und 0,5 Prozent. Investoren halten es für möglich, dass die Fed aus ihrem Statement den Passus streicht, wonach die Zinswende geduldig angegangen werden könne. Die US-Notenbank hält den Schlüsselzins bereits seit Ende 2008 – dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise – auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Für lange Gesichter sorgte der ZEW-Index: Das Barometer für die Konjunkturerwartungen in Deutschland stieg im März zwar um 1,8 auf 54,8 Zähler. Ökonomen hatten allerdings mit einem kräftigeren Anstieg auf 58,2 Zähler gerechnet.

Der Euro, der zu Wochenbeginn auf ein Zwölf-Jahres-Tief von 1,0456 Dollar gefallen war, erholte sich auf rund 1,06 Dollar. Die Renditen der europäischen Staatsanleihen zogen ebenfalls wieder an.

Die rote Laterne im Dax trugen Daimler mit einem Abschlag von 4,3 Prozent. Die UBS riet ihren Kunden, die Aktien nach zuletzt deutlichen Kursgewinnen zu verkaufen. Ansonsten gingen die Verkäufe der Anleger quer durch alle Branchen. So zählten ThyssenKrupp mit einem Minus von 3,5 Prozent ebenso wie der Vortagesfavorit K+S mit einem Abschlag von drei Prozent zu den größten Verlierern.

Im MDax straften Anleger Leoni trotz einer höheren Dividende ab. Die Titel rutschten fast drei Prozent ab. Händlern zufolge konnte der Ausblick die Investoren nicht überzeugen. Hugo Boss verloren nach einer Aktienplatzierung 3,3 Prozent. Der Finanzinvestor Permira trennte sich von seinem verbliebenen Aktienpaket des Modekonzerns.

Nur die Aktien von Lufthansa und E.ON trotzten dem Trend und legten 1,8 und 0,5 Prozent zu. Erstere profitierten laut Händlern von den wieder fallenden Ölpreise, die die Kosten für die Fluggesellschaft drückten. Der Versorger kündigte derweil einen Dividendentausch in Aktien an.Im MDax profitierten Telefonica Deutschland von einer Analystenempfehlung und stiegen um 2,5 Prozent.

In London stürzten die Aktien der Modekette French Connection um 10,6 Prozent ab: Anleger zeigten sich dennoch enttäuscht, dass die Firma nicht die angestrebte Kehrtwende geschafft hat.

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