Ehemaliger EZB-Direktor: Euro wurde auf Druck von Obama gerettet

Präsident Obama habe enormen Druck auf die EZB ausgeübt, als es um die Euro-Rettung ging, so der ehemalige EZB-Direktor Stark. Ziel der Amerikaner war demnach, dass die EZB so aggressiv wie die Fed in den Markt eingreift. Kurz danach wurden Pläne vorgestellt, ein Aufkaufprogramm für Staatsanleihen zu starten.

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Mario Draghi hat diesen Monat sein lange angekündigtes QE-Programm gestartet. Nach seinen Plänen sollen monatlich Staatsanleihen für 60 Milliarden Euro aufgekauft werden. Doch an den Plänen für das Programm, dass offiziell den Euro stabilisieren soll, wirkten offenbar auch die USA fleißig mit.

Der ehemalige EZB-Direktor Jürgen Stark erzählt in einer ARD-Doku („Supermacht EZB – der Kampf um den Euro“ – siehe Video), wie ihm am Abend vor einer EZB-Ratssitzung ein Umschlag überreicht wurde. Die Unterlagen hätten detaillierte Pläne enthalten, dass die EZB Staatsanleihen im großen Stil kaufen will. Die Pläne seien ihm bis dahin völlig unbekannt gewesen. „Ich war schockiert“, so Stark in der Doku über den Vorfall in Lissabon im Mai 2010. Unter Juristen ist ein solches Anleihen-Programm heftig umstritten. Selbst die Verfassungsrichter in Karlsruhe halten das Programm für illegal.

Der Druck, vor allem von Seiten der amerikanischen Administration, seien enorm gewesen, „insbesondere die des Präsidenten“, so Stark. Obama hätte erwartet, dass Staatsanleihen gekauft werden – wie es bei der Fed und in Großbritannien üblich sei. Stark, der zu der Zeit Chefvolkswirt unter dem damaligen EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet war, trat 2011 zurück.

Bestätigt wird Stark von Philipp Hildebrand, dem Präsident der Schweizerischen Nationalbank während der Finanzkrise. Er spricht in der Doku über das Jahr 2011: „Während des Festakts zum Amtsantritt von Mario Draghi erhielt ich einen Anruf von Tim Geithner, dem amerikanischen Finanzminister. Der wollte wissen wie man die EZB dazu bringen könne, aggressiver im Stil der amerikanischen Notenbank zu intervenieren“

 

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