400 Millionen Euro: Commerzbank zittert um Hypo Alpe Adria-Anleihen

Die Commerzbank hält Anleihen an der österreichischen Skandalbank Hypo Alpe Adria in Höhe von 400 Millionen Euro. Die Bank will um das Investment kämpfen. Doch die Chancen stehen schlecht: Österreich besteht auf einem Schuldenschnitt und will die Landeshaftungen aushebeln.

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Die im Zuge der Finanzkrise vom deutschen Steuerzahler gerettete Commerzbank hält Anleihen der österreichischen Skandalbank Hypo Alpe Adria (HGAA) in Höhe von rund 400 Millionen Euro, erklärte das zweitgrößte deutsche Geldhaus in seinem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht. „Aktuell werden bei der Bank alle geschäftlichen und juristischen Optionen geprüft.“ Mögliche Belastungen durch die Bonds, für die es eine Garantie des Bundeslands Kärnten gibt, würde die Commerzbank in den kommenden Quartalen berücksichtigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank mit den Anleihen einen Verlust macht, ist hoch: Die österreichische Finanzmarktaufsicht hat beschlossen, dass die Gläubiger einen Haircut werden hinnehmen müssen. Die Republik versucht aktuell, die staatlichen Garantien auszuhebeln, um den Gläubigern den Rückgriff auf staatliches Vermögen zu verwehren.

In Deutschland halten zahlreiche Finanzinstitute Hypo-Anleihen und blicken deshalb sorgenvoll nach Österreich. Die dortige Finanzaufsicht hat eine Kapitallücke bei der Hypo-Bad-Bank Heta entdeckt und Anfang März angeordnet, die Rückzahlung ausstehender Anleihen bis Ende Mai 2016 zu stoppen. Mit diesem Schritt verschafft sich Österreich Zeit, um mit den Gläubigern über einen Schuldenschnitt zu verhandeln. Am Markt werden Hypo-Bonds Finanzkreisen zufolge derzeit für knapp 60 Prozent ihres Nominalwerts gehandelt.

Die Commerzbank-Aktionäre bekommen abermals keine Dividende.

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