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Zins-Erhöhung der Fed: Anleger und Investoren müssen sich neu orientieren

Es war ein spätes Eingeständnis der Fed, dass sich die Konjunktur in den USA deutlich abgekühlt hat. Die Wahrscheinlichkeit für eine baldige Zinsanhebung ist damit deutlich gesunken – aber vom Tisch ist sie damit noch lange nicht. Die Entwicklung hat weitreichende Folgen für Investoren und Anleger.

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Gleich der erste Satz des gestrigen Statements der amerikanischen Notenbank Fed war ein Paukenschlag:

„Information received since the Federal Open Market Committee met in January suggests that economic growth has moderated somewhat.“

Das war ein spätes Eingeständnis, dass die Konjunktur der USA sich in den letzten Wochen deutlich abgekühlt hat – zuvor hatte die amerikanische Notenbank die Wirtschaftslage noch in den rosigsten Bildern gemalt. Aber die Konjunkturdaten wurden zuletzt immer schlechter, mit Ausnahme des US-Arbeitsmarktberichts, dessen Glaubwürdigkeit jedoch durch die sogenannten „seasonal adjustments“ (also saisonale Anpassungen), die ein Einfallstor für Beschönigungen jeder Art sind, recht zweifelhaft ist.

Gleichzeitig senkte die Fed ihre Inflationserwartung und ihre Projektion der Zinsentwicklung jeweils deutlich. All das hat Investoren gestern auf dem falschen Fuß erwischt: der Dollar stürzte ab, kurz nach US-Börsenschluss kam es sogar zu einem Blitz-Crash des Dollars – so stieg Euro-Dollar innerhalb von wenigen Sekunden von knapp über 1,08 auf 1,1040 und verbuchte so den größten Tagesgewinn seit mehreren Jahren. Die US-Aktienmärkte hingegen haussierten, der Dow Jones stieg um 400 Punkte.

Die Wahrscheinlichkeit für eine baldige Zinsanhebung in den USA ist damit deutlich gesunken – aber vom Tisch ist sie damit noch lange nicht. So strich die Fed das entscheidende Signalwort „patient“ (geduldig), mit dem sie zuvor signalisiert hatte, dass sie geduldig sein werde mit ersten Zinsanhebungen. Das Ende der laxen Geldpolitik ist also erst einmal aufgeschoben, aber eben nicht aufgehoben: werden die Konjunkturdaten wieder besser, das hat Fed-Chefin Janet Yellen gestern in ihrer Pressekonferenz signalisiert, wird die Fed die Zinsen anheben. Was aber würde das bedeuten?

Die Konsequenzen für die Märkte

Die US-Börsen: Während der Dax in 2015 in der Spitze 25 Prozent zulegen konnte in der Euphorie über das Anleihekaufprogramm der EZB (QE), haben sich die US-Indizes in diesem Jahr kaum nach oben bewegt. So waren seit Mitte Januar, als klar wurde, dass die EZB ihr Programm beschließen würde, massive Kapitalabflüsse von den US-Aktienmärkten hin zu den Aktienmärkten Europas die Folge. Eine kürzlich veröffentlichte Umfrage der Bank of America unter Geld-Managern zeigt die Verschiebung klar: demnach ist der Anteil derjenigen Investoren, die die US-Aktienmärkte untergewichtet haben, derzeit so hoch wie seit 2008 nicht mehr, 35 Prozent der von der Bank of America Befragten sahen die USA sogar als den schlechtesten Ort für Investments – so viel wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Das zeigt: das Kapital geht in Aktienmärkten von Währungsräumen, deren Geldpolitik weiter ultralax ist, wie derzeit insbesondere in Europa – während mögliche oder erwartete Zinsanhebungen ein klares Verkaufsargument sind.

Der US-Dollar: Die Dollar-Stärke, die aus der Kombination zwischen erwarteter Zinsanhebung in den USA und dem Anleihekaufprogramm der EZB resultiert und seit Anfang des Jahres dramatische Ausmaße annimmt, hat die US-Aktienmärkte schwer belastet. Und das zurecht: etwa 40 Prozent der Gewinne der Unternehmen im wichtigsten Aktienindex der Welt, dem S&P500, stammen aus dem Ausland. Verdienen US-Unternehmen im Ausland Euros, brasilianische Real, mexikanische Peso etc., bekommen sie dafür weniger Dollar. Laut einer Studie der Firma FiREApps kostete die Dollar-Stärke US-Unternehmen im vierten Quartal 2014 18 Milliarden Dollar – aber im vierten Quartal 2014 hatte sich die Dollar-Stärke noch im Rahmen gehalten (Euro-Dollar in dem Zeitraum zwischen 1,20 und 1,30) – richtige Dollar-Aufwärtsdynamik entstand erst seit Beginn 2015.

Das bedeutet: die Gewinne der US-Unternehmen werden, wie die bald einsetzende US-Berichtssaison zeigen dürfte, im ersten Quartal 2015 massiv eingebrochen sein. US-Aktien aber sind immer noch deutlich teuer als ihre europäischen Pendants – würde die Fed die Zinsen anheben und den Dollar so weiter stärken, droht ein regelrechtes Desaster, vielleicht sogar ein Crash der US-Aktienmärkte.

Anleihen: Noch größer aber ist die Gefahr bei Staatsanleihen und Unternehmensanleihen. Während die Renditen für deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit bis sieben Jahre bereits negativ sind, bekommt man in den USA aufgrund der Erwartung, dass die Fed die Zinsen anheben wird, noch ordentliche Renditen (für die 10-jährige der USA ca. 2 Prozent, die 10-jährige Deutschlands rentiert unter 0,30 Prozent – der Abstand ist so groß wie seit Jahrzehnten nicht mehr). Hebt die Fed die Zinsen an, steigen die Renditen in den USA weiter – was amerikanische Staatsanleihen dann noch attraktiver macht. Und das würde bedeuten: Kapital, das im Zuge der ultralaxen Geldpolitik der Fed insbesondere in Schwellenländer geflossen war, kehrt wieder in die USA zurück. Dieser Prozess hat bereits eingesetzt, würde sich aber dann noch weiter intensivieren: die Währungen der Schwellenländer stehen bereits unter erheblichem Abwertungsdruck. Und das wiederum bedeutet: die Kreditvergabe in den Schwellenländern geht zurück, gleichzeitig werden die meist in US-Dollar aufgenommenen Schulden durch die Aufwertung des Greenback immer drückender. Es drohen also Staatspleiten in den Schwellenländern – und das könnte einen Tsunami an den Finanzmärkten auslösen.

Junk-Bonds: Ähnlich dramatisch ist die Lage am Markt für amerikanische Unternehmensanleihen, die als hoch spekulativ gelten, die sogenannten Junk-Bonds. Steigen in den USA die Zinsen, steigen auch die Zinslasten für die meist nur begrenzt bonitären Firmen. Insbesondere die US-Fracking-Industrie hat sich über Junk-Bonds Geld verschafft – die Branche steht durch den kollabierten Ölpreis ohnehin unter Druck, steigende Zinsen könnten einen Crash bei Junk-Bonds auslösen. Und wenn der Markt für Junk-Bonds crasht, das zeigt die Erfahrung, crashen auch die US-Aktienmärkte wenig später.

Auch für die USA entstünden dramatische Folgen: steigen die Zinsen in den USA, steigt auch die Zinslast exponentiell für die gigantische Verschuldung der USA (derzeit gut 18 Billionen Dollar). Faktisch könnte sich die USA also keine höheren Zinsen erlauben.

Der Euro: Der rapide Fall des Euro zum Dollar seit Beginn des Jahres 2015 entstand aus der Kombination der EZB-Politik mit der Erwartung, dass die USA die Zinsen anheben. Da die EZB monatlich über ihr QE-Programm 60 Milliarden Euro in die Märkte pumpt (und damit die Menge an aus dem Nichts geschaffenen Euros pro Monat um diese Summe erhöht), steht der Euro unter erhöhtem Abwertungsdruck. Dagegen hat die Erwartung von Zinsanhebungen in den USA den Dollar-Index auf den höchsten Stand seit Jahren steigen lassen. Tatsächliche Zinsanhebungen würden diese Tendenz fortsetzen, auch wenn ein Großteil davon möglicherweise bereits eingepreist ist. Dennoch: der Euro könnte in Richtung 0,85 zum US-Dollar fallen, wie einige Großbanken bereits für das Jahr 2017 prognostizieren.

Durch das QE der EZB zeichnet sich eine gigantische Kapitalverschiebung ab: Pensionskassen, Versicherungen etc. gehen aus Anleihen der Eurozone, die keine Rendite oder sogar Negativrenditen bringen, und schichten das Kapital in die Staats-Anleihemärkte der USA um, die attraktive Renditen im Gefolge der höheren Leitzinsen bringen. Dadurch würden die Investoren praktisch Euros verkaufen und Dollars kaufen – und so den ohnehin vorhandenen Trend noch verschärfen. Bereits jetzt ist vor allem das Tempo der Aufwertung des Dollar bei gleichzeitiger Abwertung der zweiten großen Weltwährung, dem Euro, ein großes Problem, das die Finanzmärkte instabiler macht.

Gold: In Erwartung steigender Leitzinsen in den USA ist der Goldpreis (in Dollar) in den letzten Monaten verstärkt unter Druck gekommen. Als die Fed gestern ihr Statement vorlegte, reagiert der Goldpreis jedoch euphorisch, weil sich die Aussicht auf Zinsanhebungen in den USA nach hinten verschoben hat. Gleichwohl hängt über dem Goldpreis das Damoklesschwert, dass die Fed dann irgendwann doch ernst macht und die Zinsen anhebt. Damit wird das (unverzinste) Gold tendenziell unattraktiver, zumal die übergeordneten Tendenzen derzeit klar deflationär wirken (die globalisierte Internet-Ökonomie braucht weniger Menschen, daher fallen die Löhne eher als dass sie steigen). Gleichwohl hat Gold nicht nur die Funktion des Inflation-Schutzes: es ist auch eine Art Rückversicherung für einen möglichen Crash des Finanzsystems. Daher dürfte der Goldpreis nicht ins Bodenlose fallen, auch wenn die Fed die Zinsen deutlich anheben würde.

Der Dax: Der Dax hat sich angesichts der Zinsängste und den vergleichsweise schwachen US-Märkte zuletzt relativ entspannt gezeigt. Wichtiger ist – zumindest derzeit – die Erwartung der Märkte, dass durch das QE der EZB sich wie einst in den USA durch das QE der Fed die Vermögenspreise (also Aktien- und Immobilienpreise) in der Eurozone deutlich erhöhen – was bisher der Fall ist. Die Angst vor Zinsanhebungen durch die Fed hat zu Kapitalumschichtungen von den US-Aktienmärkten in den Dax und andere europäische Indizes geführt (siehe oben). Aber dieser Effekt ist nicht unbegrenzt: sollten die US-Aktienmärkte aufgrund von Zinsanhebungen abstürzen, wird sich der Dax der dann einsetzenden Panik nicht entziehen können – trotz des QE der EZB. Der Dax dürfte sich jedoch etwas besser halten als die US-Indizes – zumindest solange der Glaube vorherrscht, dass die EZB die Dinge unter Kontrolle hat. Aber vielleicht kommt ja der Tag, an dem die Märkte erkennen, dass die EZB und andere Notenbanken die Dingen eben nicht mehr unter Kontrolle haben – vielleicht, weil die Fed die Zinsen zu schnell anhebt und dadurch eine unkontrollierbare Dynamik einsetzt.

Fazit: Faktisch können sich die USA Zinsanhebungen aus den oben beschriebenen Gründen nicht leisten. Die Frage ist, ob sich die Fed der möglichen Dynamiken bewusst ist (woran man berechtigterweise zweifeln kann). Zu vermuten ist, dass die Fed die Leitzinsen auf 0,25 Prozent anhebt – zunächst einmal, um nicht „ihr Gesicht zu verlieren“, nachdem sie die Märkte schon seit Jahren auf eine Abkehr von der ultra-lockeren Geldpolitik eingestimmt hat. Ob es dann aber mit den Zinsen weiter nach oben geht, ist zu bezweifeln – zumindest solange die Inflation in den USA weiter deutlich unter der Erwartung der Fed liegt. Die USA haben mit großer Wahrscheinlichkeit den Hochpunkt ihrer Konjunktur bereits überschritten – Dollar-Stärke, Ölpreis-Verfall (der in der Fracking-Industrie und ihren Zulieferern massenhaft Jobs und Investitionen kostet) und das Ende der derzeitigen Echo-Blase in den USA erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed auf alte Pfade zurückkehrt und früher oder später wieder Geld in die Märkte pumpt, um die kränkelnden Finanzmärkte nicht kollabieren zu lassen.

 

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BKA meldet steigende Zahl von Flüchtlingen unter Terrorverdacht
BKA meldet steigende Zahl von Flüchtlingen unter Terrorverdacht
Das BKA meldet einen signifikanten Anstieg von Personen unter Terrorverdacht, die sich unter die Flüchtlinge gemischt haben. Darunter sollen sich auch „islamistisch motivierte Kriegsverbrecher“ befinden.
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Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes BKA, kommt am 23.07.2016 zu Beratungen über die Sicherheitslage in das Bundeskanzleramt in Berlin. (Foto: dpa)

Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes BKA, kommt am 23.07.2016 zu Beratungen über die Sicherheitslage in das Bundeskanzleramt in Berlin. (Foto: dpa)

Die AFP meldet:

Die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland, die unter Terrorverdacht stehen und gegen die ermittelt wird, ist laut einem Zeitungsbericht zuletzt angestiegen. Derzeit liegen den Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder 410 Hinweise auf mögliche Extremisten unter den Flüchtlingen vor, wie die Neue Osnabrücker Zeitung unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA) vorab aus ihrer Dienstagsausgabe berichtete.

Auch der Selbstmordanschlag von Ansbach hat nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann einen islamistischen Hintergrund. Das gehe aus einem Bekennervideo auf dem Handy des Attentäters hervor, berichtet Reuters.

Mitte Mai hatte es demnach noch 369 Hinweise gegeben. In 60 Fällen leiteten die Behörden demnach Ermittlungsverfahren ein. Auch dies sei eine Zunahme; vor zweieinhalb Monaten seien es noch 40 Verfahren gewesen. „Aktuell liegen uns keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne, auch nicht auf den Bahnverkehr, vor“, hieß es laut „NOZ“ aus dem BKA. Auch die jüngsten Attentate hätten nicht zu einer anderen Einschätzung der Gefährdung geführt.

„Angesichts der anhaltenden Zuwanderungsbewegung nach Deutschland müssen wir davon ausgehen, dass sich unter den Flüchtlingen auch aktive und ehemalige Mitglieder, Unterstützer und Sympathisanten terroristischer Organisationen oder islamistisch motivierte Kriegsverbrecher befinden können“, zitierte die NOZ weiter aus einem BKA-Schreiben. Die Attentate von Paris hätten gezeigt, dass die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Flüchtlingsbewegung nutze, um Attentäter nach Europa zu schleusen.

Auch die Zahl der islamistischen Extremisten, die sich aus Deutschland auf den Weg nach Syrien machten, um dort auf der Seite des IS im Bürgerkrieg zu kämpfen, wuchs laut dem Bericht zuletzt weiter. Nach derzeitigem Stand seien laut BKA etwa 840 Unterstützer nach Syrien gereist – im Mai seien es erst 800 gewesen. Gut ein Drittel ist wieder zurück in Deutschland, etwa 70 waren nach Erkenntnissen der Ermittler in Ausbildungslagern oder nahmen an Kampfhandlungen teil.

Am Sonntagabend hatte sich im bayerischen Ansbach ein 27-jähriger Flüchtling aus Syrien vor dem Gelände eines Musikfestivals selbst in die Luft gesprengt und zwölf Menschen verletzt. Die Ermittler gehen der Frage nach, ob es sich um einen islamistisch motivierten Selbstmordanschlag handelte. Wenige Tage zuvor hatte bei Würzburg ein 17-jähriger Flüchtling aus vermutlich islamistischen Motiven Reisende mit Axt und Messer angegriffen. In einem Regionalzug und später auf der Flucht verletzte er fünf Menschen schwer. Polizisten erschossen den Jugendlichen.

Europas Banken erwarten mit Sorge Ergebnisse von Stress-Test
Europas Banken erwarten mit Sorge Ergebnisse von Stress-Test
Viele europäische Banken erwarten mit Sorge die Ergebnisse des aktuellen Stress-Tests. Es wird erwartet, dass einige Banken neues Kapital auftreiben werden müssen. Tatsache ist: Die europäischen Banken haben seit der Finanzkrise deutlich an Boden gegenüber ihren Konkurrenten aus den USA…
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EZB-Chef Mario Draghi und sein portugiesischer Vize Vitor Constancio, Anfang Dezember in Frankfurt. (Foto: dpa)

EZB-Chef Mario Draghi und sein portugiesischer Vize Vitor Constancio, Anfang Dezember in Frankfurt. (Foto: dpa)

Die US-Banken haben die Finanzkrise hinter sich gelassen, während die Europäer noch immer Altlasten mit sich herumschleppen. Wie gravierend die Unterschiede inzwischen sind, hat das Analysehaus Tricumen ausgerechnet: 2007 fuhren die acht größten europäischen Banken mit dem Handel von Anleihen, Devisen und Rohstoffen noch Einnahmen von 48 Milliarden Dollar ein, die fünf größten US-Banken kamen auf 38 Milliarden. Im vergangenen Jahr schafften die Europäer noch 26 Milliarden Dollar, die US-Häuser dagegen 43 Milliarden. Ähnlich ist der Trend im Beratungsgeschäft. „Ich gehe davon aus, dass die europäischen Banken weiter Marktanteile an die Amerikaner verlieren“, sagt Tricumen-Analyst Darko Kapoor.

Die Deutsche Bank warnt regelmäßig vor diesem Szenario. Europa brauche eine globale Bank, damit Unternehmen diesseits des Atlantiks bei Kapitalmarktgeschäften nicht zu abhängig von US-Banken seien, lautet das Mantra.

Viele Bankmanager werden am 29. Juli keinen entspannten Start in die Sommerferien haben. Statt auf dem Balkon oder am Strand müssen sie den Freitagabend im Büro verbringen und die Ergebnisse des europaweiten Banken-Stresstests auswerten. Die EU-Bankenbehörde EBA will die Resultate an diesem Tag erst um 22 Uhr veröffentlichen, wenn alle wichtigen Börsen geschlossen haben. Auf diese Weise gewährt sie Investoren genügend Zeit, die Ergebnisse bis zur Öffnung der Märkte am Montag zu verdauen. Manche Beobachter fühlen sich an Zeiten der Finanzkrise erinnert, als an Wochenenden regelmäßig Rettungspläne für marode Finanzinstitute gebastelt wurden.

Vergleichbare Aktionen erwarten die meisten Banker und Experten dieses Mal zwar nicht, aber die Stimmung ist vor der Verkündung der Zahlen durchaus angespannt. Neben der Deutschen Bank, die mit ihrer Kernkapitalquote von 10,7 Prozent vielen Konkurrenten hinterherhinkt, stehen vor allem italienische Geldhäuser unter Druck. Sie schieben faule Kredite von 360 Milliarden Euro vor sich her und werden beim Stresstest deshalb nach Einschätzung von Experten besonders schlecht abschneiden. EZB-Chef Mario Draghi hat eine rasche Lösung der Probleme angemahnt.

Am Markt gibt es deshalb Spekulationen, die Politik könne die Stresstest-Resultate als Rechtfertigung nutzen, um italienische Geldhäuser zu stützen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erklärte kürzlich, man solle zunächst die Stresstest-Ergebnisse abwarten, um die Probleme der Banken besser bewerten zu können. Viele Experten halten das jedoch für Augenwischerei. „Das Problem der faulen Kredite in Italien ist seit langem bekannt“, sagt ein Bankvorstand. „Ich erwarte nicht, dass die Behörden aus dem Stresstest grundlegend neue Erkenntnisse gewinnen.“

Schon beim vorangegangenen Fitnesscheck 2014 entpuppten sich die Geldhäuser zwischen Neapel und Mailand als größte Sorgenkinder – passiert ist seitdem wenig. „Wenn die Therapie nicht erfolgt, ist das etwas, das man nicht dem Stresstest anlasten darf“, betont Michael Kemmer, der Hauptgeschäftsführer des deutschen Bankenverbands. Staatshilfen für italienische Banken sind aus seiner Sicht allerdings nur „in eng begrenzten Ausnahmefällen“ denkbar. Bei den neun teilnehmenden Instituten aus Deutschland erwartet Kemmer nach dem Stresstest keine „tiefgreifenden Verwerfungen“. Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny sagte der Nachrichtenagentur APA am Freitag, er wolle die Lage der Geldhäuser nicht überdramatisieren. Das sei „ein lösbares Problem, etwa mit dem bewährten Modell einer Bad Bank“.

Die EBA prüft, wie sich die Zahlen der Geldhäuser in einer Krise entwickeln würden. Anders als 2014 gibt es beim diesjährigen Test keine Mindestkapitalquote, die Banken nach dem sogenannten Stress-Szenario mindestens erreichen müssen – sie können somit auch nicht durchfallen. Die EZB will die Resultate aber berücksichtigen, wenn sie gegen Jahresende individuelle Mindestkapitalquoten für Institute festlegt. Die Stresstest-Ergebnisse sind für Banken also eine Art Zwischenzeugnis.

Investoren wollen dabei genau darauf schauen, wie Banken im Stress-Szenario im Vergleich zu ihren Konkurrenten abschneiden. „Es wird Rankings geben – und der Markt bildet sich dann eine Meinung“, sagt ein hochrangiger Bankenaufseher. Die Geldhäuser müssten deshalb genau erklären, wie ihre Ergebnisse zustande gekommen seien. „Da gibt es sehr methodengetriebene, technische Einflüsse.“ Da die deutschen Institute die schärferen Basel-III-Kapitalregeln schrittweise einführen, wird ihre harte Kapitalquote in den nächsten Jahren zum Beispiel tendenziell sinken – völlig unabhängig vom Stress-Szenario. „Dieser Effekt ist bei den deutschen Banken in Summe nicht ganz unbeträchtlich – und muss erläutert werden.“

Viele Institute hoffen, dass Investoren nach dem Stresstest wieder Vertrauen in den Sektor fassen. Seit dem Brexit-Votum sind Bank-Aktien europaweit eingebrochen. Sollten Investoren oder Aufsichtsbehörden nach dem Test von Banken eine Stärkung ihrer Kapitalpolster fordern, stünde der Finanzsektor dagegen vor großen Problemen. „Banken können wegen der niedrigen Zinsen das Kapital nicht so schnell aufbauen, wie sie müssten“, räumt ein hochrangiger Manager ein. „So schnell kann man die Kosten gar nicht abbauen, um das wettzumachen.“

Kapitalflucht: Türkei fürchtet Wirtschaftskrieg gegen Erdogan
Kapitalflucht: Türkei fürchtet Wirtschaftskrieg gegen Erdogan
In der Türkei erwarten verschiedene Medien einen Wirtschaftskrieg des Westens gegen die Türkei. Öl ins Feuer goß der Vorsitzende der Grünen, Özdemir: Er fordert EU-Sanktionen. Die Vertreter der US-Handelskammer in der Türkei sind dagegen nicht so pessimistisch.
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Recep Tayyip Erdogan mit seinem Premier Binali Yildirim (li.) und Generalstabschef Hulusi Akar. Die Furcht vor einem Wirtschaftskrieg steigt. (Foto: dpa)

Recep Tayyip Erdogan mit seinem Premier Binali Yildirim (li.) und Generalstabschef Hulusi Akar. (Foto: dpa)

Türkische Medien berichten, dass nach dem misslungenen Putschversuch der „Westen“ darauf erpicht sei, Erdogan mit einer vorsätzlich ausgelösten wirtschaftlichen Krise zu stürzen. So titelt die Zeitung Günes „Der zweite Putschplan des Westens ist die Verursachung einer wirtschaftlichen Krise“. So hatte Barbara Wesel von der Deutschen Welle zwei Tage nach dem Putsch geschrieben: „Politische Instrumente bieten sich nicht mehr an, den Sultan vom Bosporus zu stoppen – sondern nur wirtschaftliche. Das beginnt mit einem Kollaps beim Tourismus, gefolgt von einer Abwanderung der Investoren und großen Unternehmen.“ Die regierungsnahe Zeitung Star bestätigt die Feststellung der Türkei-Gegner, wonach die türkische Regierung und Erdogan nicht mit politischen Mitteln gestürzt werden können. Die türkische Opposition sei zwar gegen den Putschversuch gewesen, doch sie erhoffe sich eine Wirtschaftskrise, um Erdogan loszuwerden. Das ist ihre letzte Hoffnung, so das Blatt.

Tatsächlich kommt es aktuell zu einer Kapitalflucht aus der Türkei. Zuvor hatte die Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) die Kreditwürdigkeit der Türkei wegen der politischen Turbulenzen auf „BB“ von „BB+“ heruntergestuft– und damit tiefer in den spekulativen Bereich. Die Banken Morgan Stanley, Societe Generale, BNP Paribas und Citigroup deuteten an, sich zurückziehen zu wollen. Patrick Mange, Fondsmanager bei BNP Paribas Investment Partners, sieht türkische Anlagen kritisch.

Am Sonntag hat der grüne Politiker Cem Özdemir als erster europäischer Politiker Sanktionen gegen die „Machthaber“ in der Türkei angeregt. 

Vizepremier Nurettin Canikli sagte am Donnerstag, dass S&P und die Putschisten demselben Zweck dienen würden. Die Milliyet zitiert Canikli: „Schauen sie, man wartet üblicherweise ein bis eineinhalb Monate ab, um die Auswirkungen des Putschversuchs auf die makroökonomischen Indikatoren zu beobachten und einzustufen. Die Entscheidung von S&P ist weder objektiv noch rational. Es ist unmöglich, mit einer rationalen Logik innerhalb dieser kurzen Zeit eine derart scharfe Entscheidung zu fällen. Sie müssen die Auswirkungen auf den Kapitalmarkt, aus den Haushalt und auf alle anderen Bereiche messen. Das ist innerhalb von drei Tagen schlichtweg unmöglich.“

Erdogan sagte, dass die Entscheidung der Ratingagentur eine politische sei. „Diese Ratingagenturen warten auf derartige Gelegenheiten. Doch sie werden uns nicht stoppen und die Notenbank wird die Liquidität sicherstellen“, zitiert Finans Gündem Erdogan.

Währenddessen ist der türkische Finanzminister darum bemüht, die Investoren zu beruhigen.

„Es wird eine maximale Feinfühligkeit für die wirtschaftliche Freiheit geben“, zitiert Bloomberg Simsek. Zudem werde die Türkei Maßnahmen treffen, um private Investitionen zu fördern. The Economist berichtet in diesem Zusammenhang, dass das Scheitern des Putschversuchs sich bisher positiv auf die türkische Wirtschaft ausgewirkt habe. „Das ist kein Sieg für die türkische Demokratie. Statt die demokratischen Institutionen zu stärken, wird Herr Erdogan seine realen und als Feind wahrgenommenen Feinde säubern und seine eigene Herrschaft etablieren. Putsche können viele Formen haben.“

Die Türkisch-Amerikanische Handelskammer (TABA-AmCham) gibt sich von allen Organisationen und Personen am optimistischsten. Der Chef der TABA-AmCham, Bora Gurcay, sagt, dass US-Firmen im aktuellen Jahr Direktinvestitionen in der Türkei tätigen wollen, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Nach Angaben von Gurcay, der auch Chef von Motorola Solutions Turkey ist, sollen vier prominente US-Firmen in den kommenden Monaten große Investitionen in der Türkei durchführen. „Als die Leute das erste Mal von den Ereignissen gehört haben, brach eine Panik bei den ausländischen Firmen aus (…). Aber nachdem das türkische Volk den Putschversuch gestoppt und die Demokratie verteidigt hat, indem sie auf die Straßen gingen, entstand der Eindruck, wonach sich dauerhafte Investitionen in dem Land lohnen“, so Gurcay.

Im vergangenen Jahr befand sich die Türkei auf der Liste der beliebtesten Destinationen für ausländische Investoren auf Platz 20. Es gab ausländische Direktinvestitionen (FDI) von 16,5 Milliarden Dollar, berichtet die Welthandelskonferenz (UNCTAD). Die Renditen für zwei-, fünf- und zehnjährige Staatsanleihen hätten aufgrund des Putschversuchs und der Entscheidung der Ratingagentur steigen müssen. Doch dem ist nicht so. Bei allen Staatsanleihen gab es prozentuale Renditenrückgänge. Der Anleihenmarkt hat offenbar nach wie vor ein großes Vertrauen in die türkische Wirtschaft.

Streit mit Türkei: Europa könnte von Öl-Regionen abgeschnitten werden
Streit mit Türkei: Europa könnte von Öl-Regionen abgeschnitten werden
Die aktuelle Entfremdung zwischen der EU und der Türkei wird auch energiepolitische Folgen haben. Die EU wird schrittweise aus den ölreichen Regionen in der Nachbarschaft der Türkei isoliert. Mit der Türkei als EU-Mitglied hätte Europa seine Energiezufuhr autonom bestimmen können.
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Erdogan und Juncker am 5. Oktober 2015 in Brüssel. Juncker will verhindern, dass die EU von den Öl-Regionen isoliert wird. (Foto: dpa)

Erdogan und Juncker am 5. Oktober 2015 in Brüssel. (Foto: dpa)

Aufgrund der Entfremdung zwischen der Europa und der Türkei wird es für  die EU zunehmend schwieriger, zu den wichtigsten Energieressourcen der Welt einen autonomen Zugang zu bekommen und ihre Energiezufuhr zu kontrollieren. Die Türkei will als Schnittstelle zwischen den EU-Absatzmärkten und den Öl-Regionen in Zentralasien, im Kaukasus und im Nahen Osten agieren. Wenn die Türkei ein Mitglied der EU wäre, hätte die EU einen direkten Zugang zu jenen Energieressourcen, was entscheidend für die Energieunabhängigkeit der EU wäre. Europäische Energiekonzerne könnten dann den EU-Markt autonom versorgen und einen enormen Einfluss auf die Ölpreisbildung ausüben.

Allerdings gibt es zahlreiche Hinweise dafür, dass sich die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei nicht verbessern, sondern verschlechtern werden. Eine politische Einigung zwischen Ankara und Brüssel ist nicht in Aussicht. Türkische Geopolitiker bewerten die aktuellen Entwicklungen zwischen der EU und der Türkei aus einer globalen Perspektive.

Der türkische Oberst a.D. und Geopolitiker, Nejat Tarakçı, berichtet in einer Analyse der Denkfabrik TASAM: „Nach dem Zerfall der UDSSR gab es zwischen der EU und den USA eine Kooperation, um das entstandene Machtvakuum in Europa auszufüllen. Diese Kooperation wurde nach dem Jugoslawienkrieg und dem Ersten Golfkrieg (1991) aufgelöst, weil die Amerikaner Europa aus den Energie-Regionen verdrängte und gleichzeitig in anderen Bereichen eine Teilung der finanziellen Last verlangte. Die USA traten mit Japan und Deutschland auf der globalen Ebene in eine wirtschaftliche und politische Konkurrenz. Die Strategie Deutschlands, gemeinsam mit Frankreich die EU als balancierenden Gegenpol aufzubauen, ist aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Manövrierfähigkeit der USA ins Leere gelaufen (…). Das Ziel der USA, seine militärische Stärke zu nutzen, um in den ölreichen Regionen ein Monopol aufzubauen, hat dazu geführt, dass die EU und die USA zwangsläufig zu Konkurrenten wurden.“

Innenminister Bayern: Anschlag in Ansbach islamistisch motiviert
Innenminister Bayern: Anschlag in Ansbach islamistisch motiviert
Der Selbstmordanschlag in Ansbach war nach Angaben des bayerischen Innenministers islamistisch motiviert. Dies gehe aus einem Bekennervideo auf dem Handy des Attentäters hervor. Inzwischen ordnete das Innenministerium vermehrte Streifen an öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen an.
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Polizisten in Ansbach. (Foto: dpa)

Polizisten in Ansbach. (Foto: dpa)

Der Selbstmordanschlag von Ansbach hat nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann einen islamistischen Hintergrund. Das gehe aus einem Bekennervideo auf dem Handy des Attentäters hervor, berichtet Reuters.

Auf dem Handy des Täters hätten Ermittler ein Video gefunden, in dem dieser einen Terroranschlag „im Namen Allahs“ gegen Deutsche androhe, sagte Herrmann (CSU) am Montag in Nürnberg. Zudem habe er seine „Zugehörigkeit“ zum Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat, Abu Bakr al-Bagdadi, bezeugt.

Innenminister Thomas de Maizière hat nach den Attentaten von Würzburg, München, Reutlingen und Ansbach nach eigenen Worten verstärkte Streifen der Bundespolizei an Flughäfen und Bahnhöfen angeordnet. „Was mir im Moment besonders wichtig erscheint, ist eine erhöhte Präsenz von Polizeikräften im öffentlichen Raum“, sagte der Bundesminister am Montag in Berlin. Auch die sogenannte Schleierfahndung an den Grenzen gehe weiter. Zu möglichen Gesetzesänderungen hielt sich de Maizière bedeckt. Entsprechende Änderungen könnten vor Abschluss der Ermittlungen nicht feststehen. Er werde jedoch Änderungen anstoßen, wenn diese erforderlich seien.

Am Sonntagabend hatte ein Asylbewerber aus Syrien im fränkischen Ansbach nach Behördenangaben 15 Menschen verletzt, mehrere davon schwer. Die bayerischen Ermittler gehen inzwischen von einem islamistischen Hintergrund aus. Das gehe aus einem Bekennervideo auf dem Mobiltelefon des Täters hervor, sagte Innenminister Joachim Herrmann. De Maizière bestätigte, dass der 27-Jährige vor zwei Jahren nach Deutschland kam. Demnach war er bereits in Bulgarien als Flüchtling anerkannt worden und sollte dorthin abgeschoben werden.

Ansbach: Attentäter sollte nach Bulgarien abgeschoben werden
Ansbach: Attentäter sollte nach Bulgarien abgeschoben werden
Der mutmaßliche Attentäter von Ansbach sollte nach Bulgarien abgeschoben werden. Warum die Abschiebung noch nicht vollzogen worden sei, konnte ein Sprecher der Bundesregierung nicht sagen. Der junge Mann war zuletzt in Deutschland geduldet.
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Bundesinnenminister de Maiziere mit Bundeskanzlerin Merkel. Der Attentäter sollte nach Bulgarien zurück. (Foto: dpa)

Bundesinnenminister de Maiziere mit Bundeskanzlerin Merkel. (Foto: dpa)

Der Selbstmordattentäter von Ansbach sollte nach Angaben des Bundesinnenministeriums nach Bulgarien abgeschoben werden, berichtet AFP. Warum die Abschiebung des Syrers nicht vollzogen worden sei, könne er derzeit nicht sagen, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Abschiebungen lägen in der Zuständigkeit der Länder.

Der 27-jährige Flüchtling hatte sich am Sonntagabend in Ansbach vor dem Gelände eines Musikfestivals selbst in die Luft gesprengt und zwölf Menschen verletzt. Die Ermittler gehen der Frage nach, ob es sich um einen islamistisch motivierten Selbstmordanschlag handelte. Nach Polizeiangaben soll der Syrer seit rund zwei Jahren in der mittelfränkischen Stadt gelebt haben. Sein Asylantrag sei abgelehnt worden, allerdings habe er eine Duldung gehabt.

Der Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, dass Syrer wegen des Kriegs momentannicht in ihre Heimat abgeschoben werden könnten. Dies bedeute aber nicht, dass Syrer nicht in Drittstaaten abgeschoben werden könnten. Im Eurodac-System, der gesamteuropäischen asylrechtlichen Datenbank, sei der Attentäter von Ansbach von Behörden insbesondere in Bulgarien und in Österreich erfasst worden.

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