Studie: Industrie-Roboter steigern Wachstum und Löhne

Die Einführung der Roboter brachte 0,37 Prozentpunkte mehr Wirtschaftswachstum. Die gesteigerte Produktivität lässt auch die Löhne der Arbeiter steigen, so eine Studie. Damit widerlegen die Wissenschaftler die befürchteten Auswirkungen der Automatisierung auf den Arbeitsmarkt.

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Die Automatisierung hat bisher nicht die von vielen befürchteten negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Eine empirische Studie, die 17 Länder untersucht und in dieser Woche von der in London ansässigen Centre for Economic Policy Research veröffentlicht wurde fand heraus, dass die Einführung der Roboter in der Arbeitswelt stattdessen das Wirtschaftswachstum um 0,37 Prozentpunkte erhöht hat – und Löhne steigen lässt.

Mehr Roboter führen demnach zu mehr Wohlstand. Ohne die Erhöhung der Robotisierung hätten wir demnach seit 1993 auf ein jährliches Wachstum von 0,36 Prozentpunkten verzichten müssen. Ein Zehntel des Wirtschaftswachstums beruhe auf dem Robotereinsatz.

Dies läge vor allem an einen positiven Effekt auf die Produktivität durch die Roboter, so die Autoren Georg Graetz von der Universität Uppsala in Schweden und Guy Michaels von der London School of Economics. „Die Automatisierung steigert die Gewinne und wir vermuten, dass die Arbeitnehmer einen gewissen Anteil an diesen Gewinnen haben.“

Diese höhere Effizienz steigerte demnach die Durchschnittslöhne . Hingegen fanden die Wissenschaftler „keine signifikante Auswirkung“ auf die Gesamtzahl der Arbeits-Stunden. Keinswegs haben die untersuchten Länder und Sektoren den Verlust von Arbeitsplätzen im großen Stil erlebt, dies zeigten die Ergebnisse von Graetz und Michaels in aller Deutlichkeit.

Der Einsatz von Robotern in den 17 untersuchten Ländern wuchs von 1993 bis 2007 um 150 Prozent, genutzt werden sie dabei vor allem in Bereichen wie Automontageanlagen, Stahlindustrie und landwirtschaftliche Ernte, aber auch im Bereich Verkehr und Chemie. Besonders häufig zu finden waren sie in Deutschland, Dänemark und Italien.

Die ‚Robot Dichte‘, von Graetz und Michaels als die Anzahl von Industrierobotern pro eine Million Arbeitsstunden definiert, betrug in den Niederlanden  im Jahr 2007 0,79, in Spanien war es  1,6 und in Deutschland 4.4. Diese Zahlen basieren vor allem auf derEntwicklung in der Automobilindustrie. Nirgendwo ist der Einsatz von Robotern so weit verbreitet wie in diesem Sektor, so Graetz und Michaels.

Die Belebung der Produktivität als Folge der Roboter sei in etwa so bedeutend wie die Einführung der Dampftechnik in Großbritannien während des Ende des 19. Jahrhunderts. Und Roboter seine demnach weiter auf dem Vormarsch: Ihr Preis hat sich in sechs Industrienationen von 1990-2005 halbiert. Noch 2007 machten Industrierobotern lediglich einen Anteil von etwa 2,25 Prozent des Grundkapitals aus. „Der mögliche Beitrag von Robotern für künftiges Wachstum ist beträchtlich“, zitiert Bloomberg die Autoren.

Aber während die Gesamtbeschäftigung nicht unter dem Einsatz von Robotern leide, könnten sie den Ökonomen zufolge gering qualifizierte und einige Mittel-qualifizierte Facharbeiter verdrängen. Graetz und Michaels sahen Anzeichen dafür, dass Beschäftigung für gering qualifizierte Arbeitnehmer unter der Robotisierung litt. Dieser Verlust wurde jedoch durch neue Arbeitsplätze für die hoch qualifizierten kompensiert. Eindeutig ist Bildung und Spezialisierung von größter Bedeutung, wenn es um die Bekämpfung der negativen Seiten technologischen Fortschritts geht. Grund zur Panik gebe es aber nicht.

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