Machtkampf: Ukraine lässt Beamte bei laufenden Kameras verhaften

In der Ukraine wurden zwei hochrangige Beamte während einer live im Fernsehen übertragenen Regierungssitzung festgenommen. Die Männer wurden in Handschellen abgeführt. Sie stünden unter dem Verdacht der Korruption, so die Begründung der Regierung.

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Der Leiter des staatlichen Notfalldienstes uns sein Stellvertreter wurden während einer Live-Übertragung einer Regierungssitzung vor zahlreichen Journalisten verhaftet. Die beiden hochrangigen Beamten sollen Schmiergeldzahlungen von Behörden gefordert haben, berichtet die KyivPost. Die Regierung erklärte, die Maßnahme solle abschreckende Wirkung haben. Von den Festgenommenen oder ihren Anwälten gab es zunächst keine Stellungnahme.

Kurz vor dieser Machtdemonstration hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko den einflussreichen Oligarchen Igor Kolomoiski als Gouverneur von Dnipropetrowsk entlassen. Der Milliardär war zuletzt unter Druck geraten, weil seine bewaffneten Einheiten die halbstaatlichen Energieunternehmen Ukrnafta und Ukrtransnafta in Kiew besetzt hatten. Der Milliardär wollte Berichten zufolge dort die Absetzung des Managements verhindern.

Mit Kolomoiski verliert Poroschenko allerdings einen wichtigen Unterstützer der ukrainischen Streitkräfte: Nach Aussagen des Präsidenten der Republik Krim, Sergej Aksjonow, ist Kolomoiski „einer der Oligarchen, der die militärischen Operationen im Südosten der Ukraine initiiert und finanziert hat“.

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