World Gold Council will aus umstrittenem Londoner Fixing aussteigen

Der World Gold Council überlegt, den außerbörslichen Goldhandel in London durch ein neues System zu ersetzen. Seit März wird der Goldpreis durch ein elektronisches System bestimmt und nicht mehr durch fünf Großbanken.

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Der World Gold Council (WGC) überlegt offenbar die Einführung eines neuen Londoner Handelsplatzes für den außerbörslichen Goldhandel. Der WGC ist das weltweit wichtigste Handelsorgan der Goldindustrie. Die Organisation, bestehend aus 19 Goldminen-Betreibern, und mindestens fünf Banken sollen bereits erste Gespräche geführt haben, berichtet die FT.

Das könnte den Abzug vom Londoner Over-the-Counter-Goldmarkt (London Bullion Market), der für seine mangelnde Transparenz kritisiert wurde, bedeuten. Der WGC soll bereits eine Reihe von Beratern angestellt haben. Diese haben laut FT in den vergangenen sechs Monaten an einem Business Case für Banken gearbeitet, die an dem alternativen Handelsmodell interessiert sind.

Der Londoner Goldmarkt, dessen Handel entweder direkt oder im Auftrag von Kunden, etwa Zentralbanken und Juwelieren, weltweit stattfindet, hat im vergangenen Monat ein elektronisches System zur Bestimmung des Goldpreises eingeführt.

Seit dem Jahr 1919 wurde der Goldpreis zweimal täglich von der London Bullion Market Association (LBMA) bestimmt. Anfang 2014 kündigte die Deutsche Bank an, sich nicht mehr an der Fixierung des Goldpreises zu beteiligen. Die dafür verantwortlichen Großbanken stehen im Verdacht, die Preise für Gold und Silber zu manipulieren. Bafin-Chefin Elke König sagte damals, die Manipulation der Edelmetall-Preise sei schlimmer als der Libor-Skandal. Die Fixierung ist so wichtig, weil sich weltweit auch die Verkäufe von physischem Gold daran orientieren.

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