Griechenland will neue Raketen-Abwehrsysteme von Russland kaufen

Die Regierung in Athen plant nach Angaben des griechischen Verteidigungsministers Panos Kammenos neue Luftabwehrraketen-Systeme von Russland zu kaufen. Das unmittelbar von einer Staatspleite bedrohte Land könnte die Waffen mit einem Kredit aus Moskau finanzieren.

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Griechenland verhandelt mit Russland über den Kauf von S-300 Raketenabwehr-Systemen. „Die bestehende Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich wird fortgesetzt (…) Es gibt Verhandlungen zwischen Russland und Griechenland über Wartungsarbeiten sowie für den Kauf von S-300-Raketensystemen“, zitiert der EUobserver den griechischen Verteidigungsminister Panos Kammenos, der sich aktuell wegen einer Sicherheitskonferenz in Moskau befindet. Nato-Mitglied Griechenland verfügt seit den späten 1990er Jahren über S-300-Luftabwehrsysteme.

Bei einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Schoigu hatte Kammenos am Mittwoch gesagt, dass die Regierung in Athen alles tun werde, um eine Aufhebung der westlichen Russland-Sanktionen zu bewirken.

Am Mittwoch wurden die Haushaltszahlen 2014 Griechenlands veröffentlicht. Nach Angaben des Statistikamts in Athen lag das Haushaltsdefizit bei 3,5 Prozent des BIPs, also 0,8 Prozent höher als zuvor prognostiziert wurde. Deshalb stufte die Ratingagentur Standard and Poor’s Griechenlands langfristige Kreditwürdigkeit auf das Niveau CCC+ ab.

Die Regierung in Athen schafft es nicht, ihren schuldnerischen Verpflichtungen kontinuierlich nachzukommen. Das Geld für den Kauf von Raketensystemen will Griechenland aber aufbringen. Offenbar wird das Land einen Kredit von Russland erhalten, um im Gegenzug die russische Waffen kaufen zu können. Die Höhe des Kredits dürfte die Waffen-Kosten übersteigen, um die Tsipras-Regierung auch mit frischem Geld zu versorgen.


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