Negativ-Zinsen: Schweizer Pensionskassen wollen Autobahnen finanzieren

Schweizer Pensionskassen und Versicherungen interessieren sich aufgrund der Negativ-Zinsen zunehmend für Investitionen in Infrastruktur-Anlagen. Dabei bieten sich nicht-börsennotierte Anlagen mit langfristigen Renditen an. Der Vorteil: Der Staat haftet in der Regel für solche Bauten, weshalb das Risiko gering ist.

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Aufgrund der Negativ-Zinsen wollen die Schweizer Pensionskassen auf alternative Anlage-Möglichkeiten mit hohen Renditen zurückgreifen. Es bieten sich Investitionen in Infrastruktur-Fonds an. Dazu zählen das Transport- und Versorgungswesen, die Kommunikations- und Energiesektoren und Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, berichtet die NZZ. Doch auch der Flughafensektor gehört dazu.

An dieser Stelle werden Brownfield-Anlagen weltweit begehrter. Es geht um bereits operative Infrastruktur-Anlagen, die bereits Erträge erwirtschaften. Das Gegenstück dazu sind Greenfield-Anlagen. Das sind neue Anlagen, die sich entweder in der Phase der Projektentwicklung oder in der Bauphase befinden. Greenfield-Anlagen gelten als risikoreich, da das Ausmaß der Nachfrageseite nicht sicher ist. Doch auch sanierungsbedürftige Objekte können Greenfield-Anlagen sein.

Der Complementa-Berater Marco Buri meint, dass Brownfield-Anlagen insbesondere für institutionelle Investoren durchaus attraktiv sind. Denn es erwarten sie „stetige Erträge“. Für Pensionskassen kämen nach Angaben der Beratungsgesellschaft PPCmetrics nicht-börsennotierte Infrastrukturanlagen in Frage. Neben den Pensionskassen gelten auch Versicherungen und Staatsfonds als potentielle Investoren, berichtet Finanz & Wirtschaft.

Solche Investitionen, die man auch unter dem Begriff Private Public Partnerships (PPP) kennt, haben für die Investoren den Vorteil, dass sie fast immer mit Staatsgarantien ausgestattet sind. Auch wenn die Rendite unter Umständen geringer ist, ist der Komplettverlust eines Investments unwahrscheinlich. Verunsichert könnten die Investoren jedoch von den aktuellen Entwicklungen in Österreich werden: Dort hat die Republik im Fall der Skandalbank Hypo Alpe Adria die gegebenen staatlichen Garantien de facto aufgekündigt. Die EZB hat Investoren darauf eingestimmt, dass sie mit Verlust bis zu 95 Prozent rechnen müssten. 

Die NZZ zitiert PPCmetrics: „Weitere Risiken sind laut der Beratungsgesellschaft schlechtes Management der Projekte, höhere Konstruktionskosten als geplant, der oftmals hohe Fremdfinanzierungsgrad, Gesetzesänderungen sowie Umweltrisiken wie Katastrophen oder Verschmutzungen“.

Buri hingegen rät den Pensionskassen, in Infrastruktur-Anlagen zu investieren, die im Zusammenhang mit der Grundversorgung stehen. Dazu gehören die Bereiche der „Kommunikation, Sicherheit, Mobilität, Versorgung mit Energie und Wasser oder Gesundheit“, sagt der Berater. Von Anlagen, die in Abhängigkeit zur Konsum-Laune der Bevölkerung stehen, hält er nichts.

Nach Schätzungen der Beratungsgesellschaft PWC sollen bis zum Jahr 2025 weltweit insgesamt 80 Billionen Dollar für Infrastruktur-Projekte ausgegeben werden. Dementsprechend bieten sich weltweit Anlagealternativen mit möglichen langfristigen Renditen.

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