EU lenkt im Atom-Streit zwischen Ungarn und Russland ein

Die EU gibt ihren Widerstand gegen die Zusammenarbeit Ungarns mit Russland bei der Atom-Energie auf. Mangels Alternativen dürfen die Ungarn ihre Atomkraftwerke zehn Jahre lang mit Brennstäben aus Russland ausstatten.

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Ungarn darf zehn Jahre lang sein Atomkraftwerk mit russischen Brennstäben ausstatten. Eine Sprecherin der Brüsseler EU-Kommission bestätigte am Dienstag, Ungarn und die EU hätten in diesem Zusammenhang einen Vertrag unterzeichnet. Die ungarische Regierung hatte am Montag erklärt, es gebe aus Brüssel keine Hürde mehr für die von Russland geplante Erweiterung des Atomkraftwerks Paks.

Details wollte die EU unter Verweis auf die Vertraulichkeit des Dokuments nicht nennen. Ungarns Regierung erklärte, man habe sich mit der Euratom-Versorgungsagentur ESA darauf geeinigt, dass die zuvor umstrittene Laufzeit eines Brennstäbe-Liefervertrags mit Russland von ursprünglich 20 auf 10 Jahre gesenkt werde.

Die Kommissionssprecherin sagte, die Bedenken der ESA zur Dauer der Vereinbarungen mit Russland und zu alternativen Bezugsquellen seien berücksichtigt worden. Generell legt der Euratom-Vertrag nahe, dass Vereinbarungen mit Lieferanten maximal zehn Jahre lang laufen sollen.

Russland soll das mittelungarische Atomkraftwerk Paks von derzeit zwei Reaktoren auf vier erweitern – unterstützt durch einen russischen Kredit über 10 Milliarden Euro. Dies regelt ein Abkommen zwischen Russland und Ungarn aus dem Jahr 2014.

Die EU hatte zuletzt versucht, die Zusammenarbeit zwischen Ungarn und Russland zu torpedieren. Doch mangels Alternativen musste die Kommission nun einlenken.

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