Hohe Umsatz-Einbußen: Osram stößt Lampen-Geschäft ab

Der deutsche Lichttechnik-Hersteller Osram will das klassische Lampengeschäft für Privatkunden komplett ausgliedern. Betroffen sind somit 40 Prozent des Umsatzes und mehr als 10 000 Mitarbeiter. Seit der Trennung von der früheren Konzernmutter Siemens 2013 fährt das Unternehmen einen strikten Sparkurs.

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Der Lichttechnik-Hersteller Osram treibt angesichts des dramatischen Wandels auf dem Lichtmarkt den Konzernumbau weiter voran und will das Geschäft mit Lampen – darunter Halogen-, Energiespar- und LED-Lampen – komplett ausgliedern. Dies geht aus einer knappen Pflichtmitteilung vom Dienstag hervor. Osram-Chef Olaf Berlien hatte bereits im Februar angekündigt, den umfassenden Umbau bei dem Münchner Unternehmen zu beschleunigen.

Osram bekommt seit Jahren den rasanten Wandel auf dem Lichtmarkt zu spüren – und die günstigere Konkurrenz vor allem aus Asien, die gerade auf dem Massenmarkt für Lampen billiger produzieren kann. Seit der Trennung von der früheren Konzernmutter Siemens 2013 fährt das Unternehmen einen strikten Sparkurs, baute tausende Stellen ab und verkaufte etliche Fabriken weltweit. Was die Ausgliederung des Lampengeschäfts für die Mitarbeiter bedeutet, ist noch unklar.

Die Sparten stehen mit Erlösen von rund 2 Milliarden Euro für rund 40 Prozent des Umsatzes und beschäftigen mehr als 10 000 Menschen. Details zu den Plänen nannte Osram nicht, erst müsse der Aufsichtsrat Ende April darüber entscheiden. Mit der Ausgliederung des früheren Kerngeschäfts wolle man die Weiterentwicklung dieser Bereiche auch unter Einbeziehung von Partnern ermöglichen, teilte der Konzern mit.

Ob das Geschäft dann verkauft oder etwa an die Börse gebracht werden soll, ist aber ebenfalls noch offen. Bei Osram bliebe nach der Abspaltung das Geschäft mit LED-Halbleitern und Spezialbeleuchtung. Dazu gehört auch Lichttechnik für die Autoindustrie, bei der die Münchner führend sind. Zudem setzen sie auf Systemlösungen und intelligente Steuerung, etwa bei der Beleuchtung von Museen oder Kirchen.

Auf diese Bereiche dürfte sich Osram künftig konzentrieren. Das Geschäft mit Lampen hingegen ist seit längerem ein Problemfall. «Allein unser Geschäft mit traditionellen Lampen und Vorschaltgeräten ist im vergangenen Jahr um 15 Prozent geschrumpft», hatte Berlien auf der Osram-Hauptversammlung im Februar erklärt und hinzugefügt, der Technologiewandel zu Leuchtdioden und der Preisverfall erfolgten rasanter als erwartet.

Seit Jahren ist der Lichtmarkt im Umbruch. Lange waren Osram, General Electric und Philips Platzhirsche. Auch Philips hat bereits tiefgreifende Maßnahmen ergriffen, das gesamte Licht-Geschäft abgespalten und im März einen Teil der Sparte verkauft. Über 80 Prozent des Geschäfts mit LED- und Autobeleuchtung werde an die chinesisch-amerikanische Investorengruppe Go Scale Capital abgegeben.

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