Deutsche Autobauer konkurrieren mit Apple um Nokias Kartendienst

BMW, Audi und Daimler wollen gemeinsam den Karten- und Navigationsdienst von Nokia kaufen. Auch der Fahrdienst Uber und Facebook seien interessiert an den digitale Straßenkarten, die für die Entwicklung fahrerloser Autos benötigt werden. Nokia hingegen wartet ab und hofft auf noch höhere Gebote.

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Die drei konkurrierenden Oberklasse-Autobauer BMW, Audi und Daimler wollen einem Magazinbericht zufolge gemeinsam für den Karten- und Navigationsdienst des ehemaligen Handyriesen Nokia bieten. Für das Geschäftsfeld namens Here interessierten sich außerdem der Fahrdienst Uber und das Online-Netzwerk Facebook. Hochpräzise digitale Straßenkarten sind eine der Voraussetzungen für automatisiertes Fahren – ein Thema, das die Fahrzeugindustrie zum neuen Trend erkoren hat.

Nokia hingegen will stattdessen das Interesse an seiner Kartensparte bei Apple, Amazon und dem chinesischen Internet-Riesen Alibaba wecken. Der Verkauf von Here soll so mehr als 3 Milliarden Euro einbringen, berichtet Bloomberg.

Laut Manager Magazin wird das restrukturierungsbedürftige Kartengeschäft in den Büchern mit einem Wert von zwei Milliarden Euro geführt. Die drei deutschen Autobauer seien nicht bereit gewesen, viel mehr als den Buchwert zu bezahlen, weshalb ihr ursprüngliches Angebot an Nokia schon vor dem regulären Verkaufsprozess nicht auf fruchtbaren Boden gefallen sei. Die erste Bieterrunde sei für die kommende Woche geplant.

Die detaillierten digitalen Karten wurden von Nokia speziell mit Blick auf das Geschäft mit selbstfahrenden Fahrzeugen entwickelt. jetzt will Nokia den Dienst jedoch verkaufen und sich nur noch auf das Kerngeschäft als Netzwerk-Ausrüster konzentrieren. Dafür dar der finnische Konzern kürzlich den Konkurrent Alcatel-Lucent übernommen.

Top-Manager von Daimler und BMW hatten zuletzt dafür geworben, dass die gesamte Fahrzeugbranche beim automatisierten Fahren enger zusammenarbeiten solle – allerdings nur bei nicht sichtbaren Komponenten oder Techniken. Kooperationen hinter den Kulissen sind in der Autoindustrie an der Tagesordnung, weil sich so die Milliardenkosten für Entwicklung oder Einkauf drücken lassen. BMW und Daimler beschaffen etwa gemeinsam Standard-Teile wie Gurtstraffer oder Scheibenwischer. Auch Motoren und neue Antriebstechnologien entwickeln große Autobauer gern gemeinsam oder kaufen sie sich gegenseitig ab. Rund drei Viertel eines Pkw stammen von Zulieferern. Der Kundschaft gegenüber betonen die Autohersteller indes die Einzigartigkeit ihrer jeweiligen Marke, denn für gutes Image lässt sich gerade im Premiumsegment ein ordentlicher Preisaufschlag kassieren.

 

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